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==Gebäude==
==Gebäude==
Laut Salbuch 1750 sind an Gebäuden auf dem Hof Weeke vorhanden ''das Wohn Hauß'', ''die Leibzucht'', d''ie barg oder Backhauß'' und ''der Schoppe''(n). Nach in 1781 und 1829 unverändertem Bestand werden im Salbuch 1855 nur noch Wohnhaus und Leibzucht aufgeführt.
Laut Salbuch 1750 sind an Gebäuden auf dem Hof Weeke vorhanden ''das Wohn Hauß'', ''die Leibzucht'', d''ie barg oder Backhauß'' und ''der Schoppe''. Nach 1781 und 1829 unverändertem Bestand werden im Salbuch 1855 nur noch Wohnhaus und Leibzucht aufgeführt.
 
1787 wird der Zustand der Gebäude im Rahmen der Zwangsverwaltung wie folgt beschrieben:<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1236</ref>
1787 wird der Zustand der Gebäude im Rahmen der Zwangsverwaltung wie folgt beschrieben:<ref>LAV NRW OWL, L 92 T 1 Nr. 1236</ref>
    
    
1.) ''Das Meierhaus in Gründen in mittelmäßigen Stande,  an dem Strohdache aber 9 ansehnliche Löcher, die aber nach Ausßage des Coloni bei dem neulichen Windsturm noch vergrößert waren. Dies könnte man nun zwar an dem auf dem Dache noch zerstreut liegenden Stroh bemerken.'' ''Allein daß der Regen durch das Dach schon seit langer Zeit gedrungen sein mußte, konnte man aus den vermoderten Dielen und aus der ganz löcherichten Deel auch wahrnehmen.'' ''Die Esse über dem Feuerherd war zwar in Beschus, der Boden mit Dielen kärglich überlegt, auch kein beweglicher Schirm vor dem Feuerherde angebracht.''
1.) ''Das Meierhaus in Gründen in mittelmäßigen Stande,  an dem Strohdache aber 9 ansehnliche Löcher, die aber nach Ausßage des Coloni bei dem neulichen Windsturm noch vergrößert waren. Dies könnte man nun zwar an dem auf dem Dache noch zerstreut liegenden Stroh bemerken. (...) Allein daß der Regen durch das Dach schon seit langer Zeit gedrungen sein mußte, konnte man aus den vermoderten Dielen und aus der ganz löcherichten Deel auch wahrnehmen. (...) Die Esse über dem Feuerherd war zwar in Beschus, der Boden mit Dielen kärglich überlegt, auch kein beweglicher Schirm vor dem Feuerherde angebracht.''


2.) ''Das Leibzuchtshaus ist in Dach und Gründen noch in mittelmäßigem Stande.''
2.) ''Das Leibzuchtshaus ist in Dach und Gründen noch in mittelmäßigem Stande.''


3.) ''Die Barg ganz dachlos und nur die steinerne Mauer mehr da, worin der Backofe sich befindet.''
3.) ''Die Barg'' (Burg, steinerner Speicher) ''ganz dachlos und nur die steinerne Mauer mehr da, worin der Backofe sich befindet.''
 
4.) ''Das zu einer Mühle angelegte, jetzt aber zu einem Kotten aptierte Gebäude ist in gutem Stande und das Dach mit Ziegelsteinen behangen, jedoch fe(h)lt der Giebel, welchen Colonus in diesem Sommer aus den bereits vorrätigen Holtze die Bretter schneiden laßen will.''


4.) ''Das zu einer Mühle angelegte, jetzt aber zu einem Kotten aptierte Gebäude ist in gutem Stande und das Dach mit Ziegelsteinen behangen, jedoch fe(h)lt der Giebel , welchen Colonus in diesem Sommer aus den bereits vorrätigen Holtze die Bretter schneiden laßen will.''
Das '''Meierhaus von 1751''' ist ein sehr großer Vierständerbau mit Brettergiebeln, die tragenden Hauptständer sind wie bei Bauten des 16. Jahrhunderts durch beidseitige Kopfbänder hervorgehoben. Das ursprünliche Dielentor war offenbar für die Dreschmaschine zu eng, der Torbogen wurde durch einen größeren, schmucklosen und verputzten Stichbogen aus Stein ersetzt. Bei einer erneuten Umgestaltung der Fassade nach Ende der landwirtschaftlichen Nutzung wurde der alte Torbogen wieder eingebaut (vgl. Fotos).  


Aus Gebäudesteuer-Veränderungen geht hervor, dass auf dem Hof Weeke 1885 ein „Durchbau“ des Leibzuchtshauses vorgenommen wird, 1890 erfolgt dann der Neubau eines Schweinehauses.<ref>LAV NRW OWL, L 101 A III, Nr. 212 und Nr. 431</ref>
Das '''Leibzuchtshaus''' ist ein Dreiständerbau des 16. Jahrhunderts von vier Fachen mit wetterseitiger Stallabseite (Kübbuung), der Torbogen ist ohne Inschrift. Die verbretterten Giebel sind auf gekehlten Taubandknaggen vorgekragt.<ref>Vgl. Josef Schepers, Haus und Hof westfälischer Bauern, 1. Auflage Münster 1960, Taf. 169.</ref> Das Gebäude steht etwas versteckt hinter Bäumen nördlich des Haupthauses.
[[Datei:Hörste, Hof Weke, Leibzucht 846 1514.jpg|mini|Hörste, Hof Weke Nr. 36, Leibzucht, 16. Jahrhundert. Aufmaß von Gerhard Eitzen, Baupflegeamt Westfalen LWL-Archiv 846-1514]]
   
   
Das ursprünliche Tor des Meierhauses war offenbar irgendwann zu eng, der Torbogen wurde durch einen größeren schmucklosen aus Stein ersetzt, dann aber bei einer Umgestaltung nach Ende der landwirtschaftlichen Nutzung wieder eingebaut (vgl. Fotos). Das Leibzuchtshaus, ein wohl älterer Fachwerkbau gänzlich ohne Inschriften, steht etwas versteckt hinter Bäumen rechts/nördlich des Haupthauses. Links/südöstlich des Haupthauses erstreckt sich eine mächtige, bruchsteinerne Scheune.
 
Aus Gebäudesteuer-Veränderungen geht hervor, dass auf dem Hof Weeke 1885 ein „Durchbau“ des Leibzuchtshauses vorgenommen wird, 1890 erfolgt dann der Neubau eines Schweinehauses.<ref>LAV NRW OWL, L 101 A III, Nr. 212 und Nr. 431</ref> Links, südöstlich des Haupthauses, erstreckt sich eine mächtige, bruchsteinerne Scheune.


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==Inschriften<ref>[https://www.nhv-ahnenforschung.de/Torbogen/lippe.htm Hausinschriftensammlung des Genealogischen Arbeitskreises im NHV]</ref>==
==Inschriften<ref>[https://www.nhv-ahnenforschung.de/Torbogen/lippe.htm Hausinschriftensammlung des Genealogischen Arbeitskreises im NHV]</ref>==
'''Auf dem Torbogen:<br>'''
ACH MEIN GOTT WIE GROS IST DEINE GVTE DIE DV VERBORGEN HAST DENEN DIE DICH<br>
FORCHTEN VND ERZEIGEST SIE DENEN DIE FVR DEN LEVTEN AVF DICH TRAVEN FLEISCH<br>
VND BLVT HATTE DAS NICHT GEMEINT MEINE FEINDE HATTENS NICHT GEHOFFET DIE DA SAGTEN ZV MEINER<br>
SEELE SIE HAT KEINE HVLFFE BEI GOTT WIE SOLL ICH DIR DAN VERGELTEN ALLE DEINE WOHLTHAT DIE DV MIR THVST<br>
JOHANN HENRICH MEIR WECKE VND SEINE EHERAVE ANNA MARIA ELISABETH OBERMEIR VON LVCKHAVSEN<br>
HABEN DIS HAVS MIT DER HVLFFE GOTTES LASSEN BAVEN<br>
DEN 7TEN IVLIVS ANNO 1751 M. ERNST SCHLVTER<br>


'''Über dem Seiteneingang:<br>'''
Auf dem Torbogen:
WO DER HERR NICHT DAS HAVS<br>
 
BAVET SO ARBEITEN VMSON.<br>
ACH MEIN GOTT WIE GROS IST DEINE GVTE DIE DV VERBORGEN HAST DENEN DIE DICH / FORCHTEN VND ERZEIGEST SIE DENEN DIE FVR DEN LEVTEN AVF DICH TRAVEN FLEISCH / VND BLVT HATTE DAS NICHT GEMEINT MEINE FEINDE HATTENS NICHT GEHOFFET DIE DA SAGTEN ZV MEINER / SEELE SIE HAT KEINE HVLFFE BEI GOTT WIE SOLL ICH DIR DAN VERGELTEN ALLE DEINE WOHLTHAT DIE DV MIR THVST / JOHANN HENRICH MEIR WECKE VND SEINE EHERAVE ANNA MARIA ELISABETH OBERMEIR VON LVCKHAVSEN / HABEN DIS HAVS MIT DER HVLFFE GOTTES LASSEN BAVEN / DEN 7TEN IVLIVS ANNO 1751 M. ERNST SCHLVTER
DIE DARAN BAVEN<br>
 
Inschrift über dem Seiteneingang:
 
WO DER HERR NICHT DAS HAVS / BAVET SO ARBEITEN VMSON. / DIE DARAN BAVEN


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