Neue Torstraße 14 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen

 
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==Gebäude==
==Gebäude==
Großes dreischiffiges Dielenhaus von 1560 (d) mit Mitteldiele und rückwärtigem Saalteil über Tonnengewölbekeller, Spitzsäulendachwerk mit zweitem Dachboden und früherem Aufzugrad über der Diele.<ref>Stiewe, Hausbau 1996, S. 312ff.</ref> Auf Stichbalken vorkragender Fachwerkgiebel mit Backsteinausfachungen in Zierverbänden, mittige Spitzsäule oben mit Zapflöchern eines ehemaligen Giebelpfahls. An den Ständerfüßen sind Reste von geschnitzten Fächerrosetten erkennbar, die wohl ehemals auf dreieckigen Fußbändern angebracht waren (vgl. Burg, Nordflügel, 1567 und Brinkstr. 4, 1571). Die moderne Datierung ANNO 1587 am Giebel bezieht sich auf einen Umbau, bei dem das Haus einen neuen Torbogen erhielt (vgl. Skizzenbuch von Emil Zeiß, nicht erhalten).
Großes dreischiffiges Dielenhaus von 1560 (d) mit Mitteldiele und rückwärtigem Saalteil über Tonnengewölbekeller, Spitzsäulendachwerk mit drei Dachböden und früherem Aufzugrad über der Diele.<ref>Stiewe, Hausbau 1996, S. 312ff.</ref> Auf Stichbalken vorkragender Fachwerkgiebel mit Backsteinausfachungen in Zierverbänden, mittige Spitzsäule oben mit Zapflöchern eines ehemaligen Giebelpfahls. An den Ständerfüßen sind Reste von geschnitzten Fächerrosetten erkennbar, die wohl ehemals auf dreieckigen Fußbändern angebracht waren (vgl. Burg, Nordflügel, 1567 und Brinkstr. 4, 1571). Die moderne Datierung ANNO 1587 am Giebel bezieht sich auf einen Umbau, bei dem das Haus einen neuen Torbogen erhielt (vgl. Skizzenbuch von Emil Zeiß, nicht erhalten).


Vierständerbau von neun Fachen (10 Gebinden) mit aufgelegten Deckenbalken. Wandständer in Längs- und Querrichtung mit großen, tief gekehlten Kopfbändern verstrebt. Mächtiges Spitzständerdach mit zwei Kehlbalkenlagen (zwei Lagerböden), Stuhlrähme mit gefasten Ständern unterstützt, Lagerblöcke eines früheren Aufzugrades über der Bodenluke im 3. Fach.  
Vierständerbau von neun Fachen (10 Gebinden) mit aufgelegten Deckenbalken. Wandständer in Längs- und Querrichtung mit großen, tief gekehlten Kopfbändern verstrebt. Mächtiges Spitzständerdach mit zwei Kehlbalkenlagen (drei Lagerböden), Stuhlrähme mit gefasten Ständern unterstützt, Lagerblöcke eines früheren Aufzugrades über der Bodenluke im 3. Fach.  


Dreischiffiges Dielenhaus mit hausbreitem Hinterhaus von zwei Fachen mit Saal und Nebenkammer über nur gering eingetieftem Tonnengewölbekeller aus Bruchstein. Breite Mitteldiele von sechs Fachen mit schmalem Seitenschiff links (ursprüngliche Stallnutzung?) und breiterem Seitenschiff mit straßenseitiger Stube und anschließender Kammer. Rundbogensturz einer bauzeitlichen Stuben- oder Kammertür im Haus erhalten. Am Ende der Diele großzügiger Herdraum (Flett) mit beidseitigen dielenhohen Luchten unter verstärkten Rähmen mit Kopfbändern. Ursprüngliche Herdstelle nicht erhalten, möglicherweise offener Kamin.
Dreischiffiges Dielenhaus mit hausbreitem Hinterhaus von zwei Fachen mit Saal und Nebenkammer über nur gering eingetieftem Tonnengewölbekeller aus Bruchstein. Breite Mitteldiele von sechs Fachen mit schmalem Seitenschiff links (ursprüngliche Stallnutzung?) und breiterem Seitenschiff mit straßenseitiger Stube und anschließender Kammer. Rundbogensturz einer bauzeitlichen Stuben- oder Kammertür im Haus erhalten. Am Ende der Diele großzügiger Herdraum (Flett) mit beidseitigen dielenhohen Luchten unter verstärkten Rähmen mit Kopfbändern. Ursprüngliche Herdstelle nicht erhalten, möglicherweise offener Kamin.
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==Inschriften==
==Inschriften==
Ein im Lippischen Landesmuseum Detmold aufbewahrtes Skizzenbuch von Emil Zeiß (1833-1908, Skizzenbuch 23, um 1875-77) überliefert zwei nicht mehr vorhandene Inschriften am Haus "B(lomberg) No. 42, Paulsen":<ref>Meier/Scheef/Stiewe, Zeiß, S. 138f. und 179; Stiewe, Blomberger Inschriften (wie vorige Anm.).</ref>  
Ein im Lippischen Landesmuseum Detmold aufbewahrtes Skizzenbuch von Emil Zeiß (1833-1908, Skizzenbuch 23, um 1875-77) überliefert zwei nicht mehr vorhandene Inschriften am Haus Neue Torstraße 14, von Zeiß mit der alten Hausnummer und dem Namen des damaligen Eigentümers bezeichnet als "B(lomberg) No. 42, Paulsen":<ref>Meier/Scheef/Stiewe, Zeiß, S. 138f. und 179; Stiewe, Blomberger Inschriften (wie vorige Anm.).</ref>  


POST TER QVINGENTOS ET SEXAGINTA DECEMBRES CVMME GOT IST [...] IVSTVS PIDERITIVS / ANNVS AB ENIXA VIRLINIS [virginis?] SFXTV [...] BAT. [...]OVI . CHR[...] HAC PRÆCO FIDVS · IN · [...]
POST TER QVINGENTOS ET SEXAGINTA DECEMBRES CVMME GOT IST [...] IVSTVS PIDERITIVS / ANNVS AB ENIXA VIRLINIS [virginis?] SFXTV [...] BAT. [...]OVI . CHR[...] HAC PRÆCO FIDVS · IN · [...]
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1584 Nach dem Tod von Justus Piderit erwarb Franz Höcker, Amtmann in Barntrup und Sohn des Blomberger Amtmannes Johann Höcker (den Rolf als Bauherrn angenommen hatte), das Haus. Um 1586 heiraten Franz Höcker und Anna von der Hoya, eine illgitime Nachfahrin der Grafen von Hoya.<ref>Bechtel u.a., Bernhard VII., S. 188 und 189f.; zu den Besitzverhältnissen des Hauses s. Stiewe, "Bernhardiner-Bauten", S. 46ff.</ref>  
1584 Nach dem Tod von Justus Piderit erwarb Franz Höcker, Amtmann in Barntrup und Sohn des Blomberger Amtmannes Johann Höcker (den Rolf als Bauherrn angenommen hatte), das Haus. Um 1586 heiraten Franz Höcker und Anna von der Hoya, eine illgitime Nachfahrin der Grafen von Hoya.<ref>Bechtel u.a., Bernhard VII., S. 188 und 189f.; zu den Besitzverhältnissen des Hauses s. Stiewe, "Bernhardiner-Bauten", S. 46ff.</ref>  


1587 Umbau des Hauses durch Franz Höcker, genannt Otterjeger (Otter im Wappen) und Anna von der Hoya (Bärentatze im Wappen) und lassen einen neuen Torbogen mit der Jahreszahl 1587 reicher Spätrenaissance-Dekoration einbauen, der durch eine weitere Skizze von Emil Zeiß überliefert ist.  
1587 Umbau des Hauses durch Franz Höcker, genannt Otterjeger (Otter im Wappen) und Anna von der Hoya (Bärentatze im Wappen), Einbau eines neuen Torbogens mit der Jahreszahl 1587 und reicher Spätrenaissance-Dekoration, der durch eine weitere Skizze von Emil Zeiß überliefert ist.  


Weitere Besiztergeschichte nach Rolf 1996:<ref>Rolf, Bürger, S. 27.</ref>
Weitere Besiztergeschichte nach Rolf 1996:<ref>Rolf, Bürger, S. 27.</ref>