Blomberg (Kernstadt): Unterschied zwischen den Versionen
KKeine Bearbeitungszusammenfassung |
→Hausstätten: Hausstätten ergänzt |
||
| Zeile 125: | Zeile 125: | ||
Blomberg Nr. 40 = [[Neue Torstraße 10 (Blomberg)|Neue Torstraße 10]] | Blomberg Nr. 40 = [[Neue Torstraße 10 (Blomberg)|Neue Torstraße 10]] | ||
Blomberg Nr. 42 = [[Neue Torstraße 14 (Blomberg)|Neue Torstraße 14]] | |||
Blomberg Nr. 66 = [[Neue Torstraße 32 (Blomberg)|Neue Torstraße 32]] | Blomberg Nr. 66 = [[Neue Torstraße 32 (Blomberg)|Neue Torstraße 32]] | ||
| Zeile 150: | Zeile 152: | ||
Blomberg Nr. 274 = [[Burgstraße 4 (Blomberg)|Burgstraße 4]] | Blomberg Nr. 274 = [[Burgstraße 4 (Blomberg)|Burgstraße 4]] | ||
Blomberg Nr. 304 = [[Brinkstraße 4 (Blomberg)|Brinkstraße 4]] | |||
==Verkehrswege== | ==Verkehrswege== | ||
Aktuelle Version vom 7. August 2026, 15:44 Uhr
| Blomberg (Kernstadt) | |
|---|---|
| Großgemeinde | Blomberg |
| Karte | |
Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 gegründet und ist seit dem 1.1.1970 Verwaltungssitz der Großgemeinde Blomberg, seit 1973 im Kreis Lippe.

Archive NRW Karten A 11725
Lage
Blomberg liegt am Rande des "Blomberger Beckens", einer flachen Senke mit fruchtbaren Lössböden, die mit zahlreichen älteren Dörfern das agrarische Hinterland der Stadt bildet. Östlich und nördlich der Stadt liegen die bewaldeten Höhen von Eichenberg und Dickem Berg mit ausgedehnten städtischen Forstrevieren.
Die Stadt hat eine markante Spornlage auf einem Berg über dem Tal des Diestelbaches, am höchsten und am besten zu verteidigenden Punkt befindet sich die Burg. Die ansteigende Topographie der Stadt gliedert sich in eine Unterstadt (Brinkviertel und Großes Viertel) und eine Oberstadt (Winkelviertel mit Marktplatz und Kirche und Rossmüllerviertel).
Der Diestelbach trieb etwa ein halbes Dutzend Mühlen an und mündet beim Nessenberg in die Emmer, die das ganze Gebiet zur Weser entwässert.
Seit dem 14. Jahrhundert bestand um die Stadt und ihre Feldmark eine Landwehr aus Wällen und undurchdringlichen Hecken, die im Osten und Südosten mit der Amtslandwehr des Amtes Blomberg zusammenfiel. Insgesamt sechs Warttürme, der Turm auf dem Dicken Berg, der "Turm zu Meien" am Weg nach Barntrup, der Turm auf dem Eichenberg, die "Hohe Warte" beim Siekhof, der Turm auf dem Hundsloh beim Lakehof (Belle) und der Turm auf dem Wartsberg bei Reelkirchen dienten der Überwachung des Vorfeldes der Blomberger Landwehr.
Verwaltungszugehörigkeit
Stadtrecht seit etwa 1240-50, Amt Blomberg seit dem 14. Jahrhundert (Amtsverwaltung auf der Burg, von 1709 bis 1789 bückeburgisch). 1871 bis ca. 1935 Verwaltungsamt Blomberg, danach bis 1972 Kreis Detmold, seit 1973 Kreis Lippe.
Geschichte
Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 von Edelherr Bernhard III. zur Lippe gegründet. Zusammen mit den Städten Horn (um 1240), Detmold (um 1265) und der Neustadt Lemgo (1283) diente sie der Absicherung des lippischen Territoriums "diesseits des Waldes". Erste Münzprägungen der Münzstätte Blomberg erscheinen um 1250, es handelt sich um sogenannte Long-Cross-Sterlinge mit der Umschrift BLOMENBERCH CI(vitas), Stadt Blomberg. Blomberger Münzen wurden im gesamten norddeutschen Raum und im Ostseeraum bis ins Baltikum gefunden. Blomberg galt als die am stärksten befestigte Stadt in Lippe und war zeitweilige Residenz der lippischen Edelherren.
Am 16. Juni 1447 wurde die Stadt in der Soester Fehde von einer Übermacht sächsischer und böhmischer Söldner im Auftrag des Erzbischofs von Köln erobert und vollständig niedergebrannt. Danach erfolgte der Wiederaufbau von Stadt und Burg, doch verlegten die Edelherren zur Lippe ihre Residenz nun dauerhaft nach Detmold.
Die Burg Blomberg war seit dem 14. Jahrhundert Sitz des gleichnamigen Amtes. Mit dem Testament Graf Simons VI. zur Lippe fiel das Amt Blomberg an die erbherrliche Nebenlinie zu Lippe-Brake. Nach dem Aussterben der Grafen zur Lippe-Brake im Jahre 1709 fiel das Amt Blomberg an die Grafen zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg. Nach längerem Erbstreit musste Lippe-Detmold die Herrschaft der Bückeburger anerkennen. Die Stadt Blomberg blieb lippisch und empfand die bückeburgische Garnison auf der Burg als Besatzungsmacht. Erst 1789 fiel das Amt Blomberg an Lippe-Detmold zurück; die Burg und größere Forstreviere blieben noch bis 1962 in bückebugischem Besitz.
Ortsname
Blomberg de Bleome, Blomberg, die Blume, heißt es in einem alten lippischen Städtereim. Die namensgebende "Blume" wird gleichgesetzt mit der Rose, dam Wappen der Edelherren zur Lippe.
Birgit Meineke sieht das ein bisschen anders... (Text folgt)
Siedlungscharakteristik
Ulrich Meier identifiziert aufgrund von topographischen Indizien und einigen Hinweisen in der Chronik von Piderit (1620) eine mögliche, etwa quadratische Vorgängersiedlung im Umfeld der vermutlich älteren Burg und charakterisiert diese als "Stadt auf dem Schild".
Um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand die heutige Stadt auf ovalem Grundriss als planmäßige Anlage nach dem "lippischen Dreistraßen-Schema" (das aber auch bei Städten anderer Gründer vorkommt): Von der Hauptstraße, dem Langen Steinweg, zweigen kurz hinter dem Niederen Tor zwei Nebenstraßen, Brink- und Kuhstraße, ab. Diese werden in Höhe des Marktplatzes von einer Querachse aus Burgstraße und Kurzem Steinweg zusammengefasst, über letzteren verlässt der Handelsweg die Stadt durch das Heutor (Heydt dor, Heidetor). Der quadratische Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt, an seiner Nordseite steht das Rathaus, nordwestlich davon wurde ein Baublock für die Stadtkirche St. Martini freigehalten. Vom Marktplatz führt die Neue Torstraße, zunächst als breiter Straßenmarkt nördlich des Rathauses, durch das Neue Tor (möglicherweise erst nach 1447 entstanden) in Richtung Barntrup aus der Stadt.
Pläne, Ortsansichten
Kupferstiche "Stadt Blomberg" und "Haus Blomberg" von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65, als älteste Ansichten der Stadt.
Farbige Federzeichnung, Stadtansicht von Süden, um 1730.
Mehrere skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750.
Bevölkerung
Angaben nach den Gemeindestatistiken des Landes NRW.[1]:
1818: 1.986 Einwohner
1828: 1.888 Einwohner
1835: 2.147 Einwohner
1851: 2.211 Einwohner
1871: 2.222 Einwohner
1895: 3.198 Einwohner
1905: 3.754 Einwohner
1925: 3.995 Einwohner
1939: 5.100Einwohner
1946: 6.491 Einwohner
1950: 6.935 Einwohner
1961: 6.999 Einwohner
1969: 6.991 Einwohner
Hausnummern
Hausnummern wurden erst nach Einführung des Katasters der 1752 gegründeten Lippischen Landesbrandversicherung eingeführt, eine "Verordnung zur Numerierung der Häuser" wurde 1766 erlassen. Gültigkeit erlangten sie aber erst nach 1805. Kurz vor 1900 wurden viele Straßen neu benannt und die Häuser erhielten die bis heute gültige straßenweise Nummerierung.
Die Blomberger Bürgerhäuser waren bis kurz vor 1900 nach einem seit dem 18. Jahrhundert gültigen Umgang nummeriert, beginnend mit dem Eckhaus Nr. 1, heute Marktplatz 6 an der Ecke zur Burgstraße. Von dort aus durchlief die traditionelle Nummerierung die vier seit dem Mittelalter bekannten Stadtviertel: von 1 bis 66 im Winkelviertel, von 67 bis 174 im Roßmüllerviertel (Oberstadt), von 175 bis 272 im Großen Viertel und von 273 bis 328 im Brinkviertel (Unterstadt). Einige jüngere Hausstätten wurden im späten 18. und im 19. Jahrhundert mit a-, b- und c-Nummern hinzugefügt. Eine Übersichtskarte der alten Hausnummern in Blomberg (Abbildung) hat Heinz-Walter Rolf erstellt und 1981 erstmals veröffentlicht.[2]
Erst 1863 wurde das Bauverbot außerhalb der Stadtmauern aufgehoben, als erstes Haus entstand in diesem Jahr das Haus des Wagenbauers Schwarze vor dem Neuen Tor (Nr. 329, Neue Torstraße 34). Danach folgten in kurzer Zeit Fluchtlinienpläne und Bebauung der verlängertem Neuen Torstraße, Gartenstraße, Hagenstraße und Heutorstraße, damit entstand ein großes Erweiterungsgebiet im Nordosten der Stadt.
Hausstätten
Konkordanz der altenbHausnummern und der aktuellen Adressen (im Aufbau):
Die alte, fortlaufende Nummerierung der Blomberger Häuser begann an dem Eckhaus Marktplatz/Burgstraße (Marktplatz 6) mit der Nummer 1 und endete beim Haus Brinkstraße 27 (ehem. Schaumburgischer Krug) mit der Nummer 328. Die straßenweise Nummerierung wurde vor 1900 eingeführt und findet sich erstmalig im "Adreßbuch des Fürstentums Lippe" von 1901.[3]
Winkelviertel
Blomberg Nr. 1 = Marktplatz 6
Blomberg Nr. 19 = Im Seligen Winkel 12
Blomberg Nr. 24b = Im Seligen Winkel 26
Blomberg Nr. 28 = Im Seligen Winkel 3
Blomberg Nr. 31 = Kirchhofstraße 6
Blomberg Nr. 32 = Kirchhofstraße 5
Blomberg Nr. 400 = Kirchhofstraße 4
Blomberg Nr. 33 = Kirchhofstraße 3
Blomberg Nr. 34 = Kirchhofstraße 2
Blomberg Nr. 35 = Kirchhofstraße 1
Blomberg Nr. 59 = Friedrichstraße vor 2
Blomberg Nr. 060a = Friedrichstraße 2
Blomberg Nr. 060b = Friedrichstraße 4
Blomberg Nr. 61 = Friedrichstraße 6
Blomberg Nr. 62 = Friedrichstraße 9
Blomberg Nr. 63 = Friedrichstraße 7
Blomberg Nr. 64a = Friedrichstraße 5
Blomberg Nr. 64b = Friedrichstraße 3
Blomberg Nr. 65 = Friedrichstraße 1
Blomberg Nr. 40 = Neue Torstraße 10
Blomberg Nr. 42 = Neue Torstraße 14
Blomberg Nr. 66 = Neue Torstraße 32
Blomberg Nr. 066a = Neue Torstraße 34
Blomberg Nr. 066b = Neue Torstraße 36
Roßmüllerviertel
Blomberg Nr. 67 = Neue Torstraße 1
Großes Viertel
Blomberg Nr. 175 = Marktplatz 7
Blomberg Nr. 205 = Kuhstraße 3
Brinkviertel
Blomberg Nr. 273 = Ehemalige Scheune am Brink
Blomberg Nr. 274 = Burgstraße 4
Blomberg Nr. 304 = Brinkstraße 4
Verkehrswege
Blomberg liegt an der "Cöllnischen Landstraße", einem alten Fernhandelsweg im Verlauf des westfälischen Hellweges. Die Straße zweigt in Paderborn vom alten Hellweg ab und führt über die Egge und Horn nach Blomberg und weiter über Hameln in Richtung Braunschweig und Magdeburg (heutige Bundesstraße 1). Diese Handelsstraße wurde nach der Gründung Blombergs um 1240-50 durch das Niedere Tor in die Stadt verlegt. Bei Blomberg kreuzte sich die "Cöllnische Landstraße" mit einer alten Heerstraße von Bremen über Lemgo und Höxter nach Kassel. Diese Straße entspricht in etwa der heutigen Ostwestfalenstraße (B 252), diese nimmt aber ab Blomberg einen anderen Verlauf und führt über Brakel und Warburg zur A 44 Dortmund-Kassel.
1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss als Stichbahn, die beim Noltehof von der Linie Hannover-Altenbeken abzweigte. Ein geplanter Weiterbau bis Detmold kam nicht zustande. Um 1955 wurde der Personenverkehr eingestellt, die endgültige Stilllegung erfolgte um 1975, das Bahnhofsgebäude wurde 1995 abgerissen.
1926 erfolgte der Anschluss Blombergs an das Straßenbahnnetz der PESAG (Paderborner Elektrizitäts- und Stranbahn AG), die Straßenbahn kam von Horn und Bad Meinberg über die Reichsstraße 1 die Bahnhofstraße, wo sich auch ein Depot befand, in die Stadt. Von dort verlief sie über Heutorstraße und Kurzen Steinweg bis auf den Marktplatz. Schon 1936 wurde die Straßenbahn stillgelegt und durch "Kraftpost"-Omnibusse ersetzt.
Straßen
Literatur
Melina Kurte, Die Blomberger Mauerhäuser. Bau- und sozialgeschichtliche Umntersuchungen, in: Denkmalpflege in Westfalen-Lippe 30 (2024), Heft 2, S. 13-20..
Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981.
Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.
Ulrich Meier, Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13). Münster 2022.
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ https://de.wikipedia.org/wiki/Blomberg#Einwohnerentwicklung
- ↑ Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981}}.
- ↑ Vorlage:Adreßbuch1901, S. 160ff.
Autor*innen
Ulrich Schelp, Heinrich Stiewe
Seitenhistorie
Seite erstellt am 11.06.2024 von Ulrich Schelp
Letzte Änderung am: 07.08.2026 von Heinrich Stiewe