Burgstraße 13 (Horn): Unterschied zwischen den Versionen

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Vermutlich im 2. Viertel des 13. Jh. gegründete herrschaftlich-lippische Burg, jetzt Burgmuseum des Heimatvereins Horn.
==Lage==
[[Datei:HO-Burg_EvLennep1663_8_H_3.png|thumb|Burg Horn, Ansicht von Westen (Feldseite), Kupferstich, Elias und Heinrich van Lennep, 1663/65 (LLB, 8 H 3)]]
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[[Datei:HO-Burg_c2008_BA_MIL-VER-2-37.png|thumb|Burg Horn, Turmportal von 1659, Foto, Gerhard Milting, um 2008 (LLB, BA MIL-Ver-2-37)]]
 
Im nordwestlichen Teil der Stadt umittelbar an der Stadtmauer, welche zugleich die Nordmauer der Burg bildet. Südwestlich der Burg der Wirtschaftshof mit dem Vorwerk, südöstlich ehemals ein Lustgarten, nordwestlich jenseits des Walles der Küchengarten (Potthof).


==Geschichte==
==Geschichte==
Wohl mit der Stadt im 2. Viertel das 13. Jh. von Bernhard III. zur Lippe gegründet. 1326 Stiftung einer Hofkapelle unmittelbar bei der Burg durch Simon I. und seine Frau Adelheid von Waldeck (Abbruch beim Umbau 1656–1659). 1344 an Simons Sohn Bernhard V., 1348 Bauarbeiten (lateinische Inschrift an der Südfassade). Ab 1365 Witwensitz seiner Frau Richarde von der Mark. 1407 dreiwöchige Belagerung in der Eversteiner Fehde. Ab dem 14. Jh. Sitz des Amtes Horn. Unter Graf Hermann Adolf 1656–1659 umfangreiche Bauarbeiten durch Baumeister Hans Degener (Steinmetzzeichen zwischen den Wappen des Hauptportals) und seinen Bauleiter Philipp Günther für 1.400 Taler: Anbau des Turms mit Freitreppe und Hauptportal, Modernisierung des Altbaus durch Eckquaderung und steinerne Fenstergewände, Verbindung der drei Etagen mit dem neuen Treppenturm durch Türen. Teil der Modernisierung war auch der Einbau von 4 "Secreten", Aborten an der Außenmauer zum Burggraben, in welche die Aborte entleerten. An der Ostseite wurde das Back- und Brauhaus angebaut mit gemauertem Herd im Keller. 1658/59 kam der Zimmermeister Emanuel Brand hinzu, der für weitere 400 Taler das Dach des mittelalterlichen Baus abbrach und auf diesem und dem Back- und Brauhaus neue Dächer aufrichtete. Auf dem Turm errichtete er auftragsgemäß zwei übereinandergestellte gestufte "welche Hauben" als Aussichtspavillon. Um den Jahreswechsel 1666/67 bezog Hermann Adolfs zweite Frau, Amalia zur Lippe-Brake, die Burg Horn als Witwensitz (die Hochzeit war erst am 27. Februar 1666 gewesen, † 19. August 1676). 1682 Errichtung eines neuen "Kumps" (Wasserbecken) auf dem Burghof, gespeist durch hölzerne "Piepen" aus einer Quelle am Bornsberg, der Steinmetz Hans Brauns erhielt dafür 9 Taler und 9 Groschen. Der Kump wurde im 19. Jahrhundert entfernt. 1744 ließ Gräfin Johannette Wilhelmine das Vorwerk durch einen Neubau ersetzen, seit 1787 an die Familien Geise und Cordemann verpachtet, der Kraut- und Baumgarten im Osten der Burg parzelliert und durch Neuwohner bebaut. Nach dem Stadtbrand von 1864 Neubau des Pächterwohnhauses Geise links neben dem Turm. In der Burg von 1787 bis Anfang des 20. Jh. im Untergeschoss Amtsgefängnis und Wohnung des Gefangenenwärters, darüber Kornspeicher. 1775 und 1798 in zwei Etappen Abbruch des vierten und dritten Turmgeschosses. 1787 Fenster, Türen und Sekrete zugemauert, Kamine und Öfen entfernt. 1800 brach man eine Wendeltreppe ab und verwandte sie im Detmolder Residenzschloss.1858 Erneuerung des Dachs. Seit 1910 Verhandlungen über eine Umnutzung zum Museum. Nach dem Ersten Weltkrieg bis 1925 provisorische Jugendherberge (ohne sanitäre Anlagen), dann Umzug in die Burgscheune. 1930/31 Übernahme durch die ev.-ref. Kirchengemeinde Horn, Überlassung der beiden Säle im Obergeschoss an die Ortsgruppe Horn des Lippischen Bundes Heimatschutz zur Einrichtung eines Museums (der Heimatverein hatte dazu 2.000 RM Zuschuss zur Instandsetzung gezahlt). "Durchbau" bis Ende 1932, Entfernung einer wohl erst 1787 eingezogenen Zwischendecke<ref>{{GaulKreisDetmold1960}}.</ref> im Mittelalterbau zur Schaffung eines hohen "Rittersaales". 1933 Einweihung des Heimatmuseums. 1962–1967 Vermietung als Wohnraum für "Gastarbeiter", 1968 unentgeltliche Übertragung der Burg von der Kirchengemeinde an die Stadt Horn. Generalsanierung 1982–1988, dabei die ursprüngliche Höhe des Treppenturms rekonstruiert. 1993 Wiedereröffnung des Burgmuseums.<ref>{{LindeBurg2008}}.</ref>
==Gebäude==
Der mittelalterliche Bau mit rechteckigem Grundriss (20,5 x 12 m) aus Bruchstein mit Putzfassade, Eckquaderung aus Sandstein, zweigeschossig (ursprünglich dreigeschossig), große Kreuzstockfenster aus Sandstein (erneuert 1931/32). An der westlichen Ecke zum Burggraben mächtiger angeschrägter Stützpfeiler (M. 19. Jh.). In der Fassadenmitte zum Burghof der ehemalige Türsturz mit Inschrift (s. u.) sowie ein vermuteter Gewölbeschlussstein aus der abgebrochenen Burgkapelle (Stern und lippische Rose). Innen seit 1930 hoher "Rittersaal" (vor dem Umbau zwei Geschosse, unten Wohnung des Amtmanns, darüber Festsaal). In der Nordwand in beiden ehemaligen Geschossen je zwei Aborte und zwei hohe Fenster. An der Westseite säulenflankierter Kamin. Die Inventarverzeichnisse von 1591 und 1628 erwähnen im Erdgeschoss die Küche, im 1. Stockwerk die große Stube, ein hoher Ritter- oder Speisesaal (1628 durch Zwischenwände zur Wohnung des Amtmanns umgebaut). Im 2. Stockwerk 2 Schlafkammern und 1 kleine Kammer, darüber 1628 Kornboden.
Freitreppe in den Turm des 17. Jh. Über dem Portal gesprengter Dreiecksgiebel, darin Allianzwappen Hermann Adolfs zur Lippe und seiner ersten Frau  Ernestine von Isenburg-Büdingen, darunter Inschriften (s. u.). Innen viergeschossiges Treppenhaus mit Steinbalustertreppe. Rechts Zugang über einen Vorraum in den "Rittersaal". Im Vorraum Zugang zur Wendeltreppe in den kreuzgewölbten Keller (2 x 4 Joche) mit altem Brunnen.
An der Ostseite angebaut Back- und Brauhaus, Grundfläche ca. 10 x 11 m, im Keller Mittelpfeiler und 4 Kreuzgratgewölbe sowie großer Kamin im Südwestjoch, Kaminaufsatz auf 2 Freipfeilern mit Segmentbögen. Hinter dem Kamin befand sich der Backofen.


==Gebäude==
An die Burg schließt sich beiderseits die Stadtmauer an.
 
Südlich die sog. Burgscheune, das Vorwerk der Burg (Landwirtschaftsgebäude).
Im mittelalterlichen Teil ein im 15. Jh. verfüllter Brunnen. Turm 1656–1659 erbaut.


==Inschriften==
==Inschriften==
Südfassade des mittelalterlichen Baus: BERNHARDUS NOBILIS VIR DNS LIPPEN / SIS HANC DOMUM CONSTRUXIT ET COMPLE / VIT ANNO DOM MCCCXLVIII (1348).
Über dem Portal des Treppenturms Allianzwappen, Datierung 1659 und Beschriftung der beiden Wappen: <br>
HERMANN / ADOLPFF / G. V. E. H. Z. [Graf und Edler Herr zur] / LIPPE.<br>
ERNESTINA / G. V. E. F. Z. [Gräfin und Edle Frau zur] LIPPE / G. G. Z. [geborene Gräfin zu] ISENBVRG / VND BVDINGEN
Auf dem Kump (Inschrifttafel im Burgmuseum, Rittersaal-Nordwand):<br>
MICH HATT DER ERDKRAIS SCHON 3 HUNDERt JAHR GEtRAGEN / EH MAN O SCHÖNStES CLAR VON DIR WAS KONNEN SAGEN / NUR DAS DEIN LAUF DURCHKROCH DAS LAND ZUR FAUL UND NÄS / VND NUN ZUR SPEIS VNt TRANCK ERFÜLLESt DIE GEFÄS. / GANTZ REICHLICH QUILLEStU GIBSt WASSERS GNUG ZU LEBEN / SO DAS WIR DIR O GOTT DAFUR DANCKOPFER GEBEN. / ICH StAND GANTZ OHNE LICHt, VERALTEt VNDT VERDERBT. / WIE HERMAN ADOLPH MICH ALS HER DES LANDS GEERBT. / GLEICHWIE ER ABER MICH SO RÜMBLICH AUFGEBAUET. / VND OFT ZU SEINER LUST GANtZ FRÖLICH ANGESCAUET. / ALSO HAT SEIN HER SOHN GRAF SIMON HENRICH MIR. / DURCH DIESES BRUNNEN LAUF, VERMEHREt MEINE ZIER. / LEB DAN O GROSSER GRAF, LEB GLÜCKLICH LANG UND QUILDO / DER WEISHEIT ÜBERFLUS, GOTT MEINEN WUNSCH ERFULLE / UND SEGNE MEINEN HERN, SEIN LAND, UND DIES SEIN HAUS / UMB OFtERS GANZt VERGNUGt ZU ZIEHEN EIN UND AUS. / DEN 12 FEBR. 1682. AHVKGLHVDZH [Adam Henrich von Kotzenberg gräflich lippischer Hofmeister vnd Drost zu Horn).


==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==


==Literatur==
==Literatur==
{{PreußAlterthümer1873}}, S. 43 f.
{{GaulKreisDetmold1960}}.
{{LindeBurg2008}}.


==Quellen==
==Quellen==


==Weblinks==
==Weblinks==
 
[https://www.burgmuseum-horn.de Website des Burgmuseums]
== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==


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{{Hausstättenkategorien}} [[Kategorie:Burg]] [[Kategorie:Baudenkmal]]

Aktuelle Version vom 16. September 2026, 21:55 Uhr

Burgstraße 13 (Horn)
OrtsteilHorn
StraßeBurgstraße (Horn)
Hausnummer13
Karte
Adressbuch von 1901Nein

Vermutlich im 2. Viertel des 13. Jh. gegründete herrschaftlich-lippische Burg, jetzt Burgmuseum des Heimatvereins Horn.

Lage

Burg Horn, Ansicht von Westen (Feldseite), Kupferstich, Elias und Heinrich van Lennep, 1663/65 (LLB, 8 H 3)
Burg Horn, Ansicht von Südosten, Zeichnung, Emil Zeiß, 1863 (LLB, 8 H 4)
Burg Horn, Grundriss, Zeichnung, Emil Zeiß, um 1860 (LLB, 8 H 10)
Burg Horn, Ansicht von Norden, Foto, Heinrich Schäfer, 1953 (LLB, BA HO-2-6)
Burg Horn, Ansicht vom Burghof (Südost), Foto, Wilhelm Pecher, 1932 (LLB, BA SP-HBM-2-36)
Burg Horn, Turmportal von 1659, Foto, Gerhard Milting, um 2008 (LLB, BA MIL-Ver-2-37)

Im nordwestlichen Teil der Stadt umittelbar an der Stadtmauer, welche zugleich die Nordmauer der Burg bildet. Südwestlich der Burg der Wirtschaftshof mit dem Vorwerk, südöstlich ehemals ein Lustgarten, nordwestlich jenseits des Walles der Küchengarten (Potthof).

Geschichte

Wohl mit der Stadt im 2. Viertel das 13. Jh. von Bernhard III. zur Lippe gegründet. 1326 Stiftung einer Hofkapelle unmittelbar bei der Burg durch Simon I. und seine Frau Adelheid von Waldeck (Abbruch beim Umbau 1656–1659). 1344 an Simons Sohn Bernhard V., 1348 Bauarbeiten (lateinische Inschrift an der Südfassade). Ab 1365 Witwensitz seiner Frau Richarde von der Mark. 1407 dreiwöchige Belagerung in der Eversteiner Fehde. Ab dem 14. Jh. Sitz des Amtes Horn. Unter Graf Hermann Adolf 1656–1659 umfangreiche Bauarbeiten durch Baumeister Hans Degener (Steinmetzzeichen zwischen den Wappen des Hauptportals) und seinen Bauleiter Philipp Günther für 1.400 Taler: Anbau des Turms mit Freitreppe und Hauptportal, Modernisierung des Altbaus durch Eckquaderung und steinerne Fenstergewände, Verbindung der drei Etagen mit dem neuen Treppenturm durch Türen. Teil der Modernisierung war auch der Einbau von 4 "Secreten", Aborten an der Außenmauer zum Burggraben, in welche die Aborte entleerten. An der Ostseite wurde das Back- und Brauhaus angebaut mit gemauertem Herd im Keller. 1658/59 kam der Zimmermeister Emanuel Brand hinzu, der für weitere 400 Taler das Dach des mittelalterlichen Baus abbrach und auf diesem und dem Back- und Brauhaus neue Dächer aufrichtete. Auf dem Turm errichtete er auftragsgemäß zwei übereinandergestellte gestufte "welche Hauben" als Aussichtspavillon. Um den Jahreswechsel 1666/67 bezog Hermann Adolfs zweite Frau, Amalia zur Lippe-Brake, die Burg Horn als Witwensitz (die Hochzeit war erst am 27. Februar 1666 gewesen, † 19. August 1676). 1682 Errichtung eines neuen "Kumps" (Wasserbecken) auf dem Burghof, gespeist durch hölzerne "Piepen" aus einer Quelle am Bornsberg, der Steinmetz Hans Brauns erhielt dafür 9 Taler und 9 Groschen. Der Kump wurde im 19. Jahrhundert entfernt. 1744 ließ Gräfin Johannette Wilhelmine das Vorwerk durch einen Neubau ersetzen, seit 1787 an die Familien Geise und Cordemann verpachtet, der Kraut- und Baumgarten im Osten der Burg parzelliert und durch Neuwohner bebaut. Nach dem Stadtbrand von 1864 Neubau des Pächterwohnhauses Geise links neben dem Turm. In der Burg von 1787 bis Anfang des 20. Jh. im Untergeschoss Amtsgefängnis und Wohnung des Gefangenenwärters, darüber Kornspeicher. 1775 und 1798 in zwei Etappen Abbruch des vierten und dritten Turmgeschosses. 1787 Fenster, Türen und Sekrete zugemauert, Kamine und Öfen entfernt. 1800 brach man eine Wendeltreppe ab und verwandte sie im Detmolder Residenzschloss.1858 Erneuerung des Dachs. Seit 1910 Verhandlungen über eine Umnutzung zum Museum. Nach dem Ersten Weltkrieg bis 1925 provisorische Jugendherberge (ohne sanitäre Anlagen), dann Umzug in die Burgscheune. 1930/31 Übernahme durch die ev.-ref. Kirchengemeinde Horn, Überlassung der beiden Säle im Obergeschoss an die Ortsgruppe Horn des Lippischen Bundes Heimatschutz zur Einrichtung eines Museums (der Heimatverein hatte dazu 2.000 RM Zuschuss zur Instandsetzung gezahlt). "Durchbau" bis Ende 1932, Entfernung einer wohl erst 1787 eingezogenen Zwischendecke[1] im Mittelalterbau zur Schaffung eines hohen "Rittersaales". 1933 Einweihung des Heimatmuseums. 1962–1967 Vermietung als Wohnraum für "Gastarbeiter", 1968 unentgeltliche Übertragung der Burg von der Kirchengemeinde an die Stadt Horn. Generalsanierung 1982–1988, dabei die ursprüngliche Höhe des Treppenturms rekonstruiert. 1993 Wiedereröffnung des Burgmuseums.[2]

Gebäude

Der mittelalterliche Bau mit rechteckigem Grundriss (20,5 x 12 m) aus Bruchstein mit Putzfassade, Eckquaderung aus Sandstein, zweigeschossig (ursprünglich dreigeschossig), große Kreuzstockfenster aus Sandstein (erneuert 1931/32). An der westlichen Ecke zum Burggraben mächtiger angeschrägter Stützpfeiler (M. 19. Jh.). In der Fassadenmitte zum Burghof der ehemalige Türsturz mit Inschrift (s. u.) sowie ein vermuteter Gewölbeschlussstein aus der abgebrochenen Burgkapelle (Stern und lippische Rose). Innen seit 1930 hoher "Rittersaal" (vor dem Umbau zwei Geschosse, unten Wohnung des Amtmanns, darüber Festsaal). In der Nordwand in beiden ehemaligen Geschossen je zwei Aborte und zwei hohe Fenster. An der Westseite säulenflankierter Kamin. Die Inventarverzeichnisse von 1591 und 1628 erwähnen im Erdgeschoss die Küche, im 1. Stockwerk die große Stube, ein hoher Ritter- oder Speisesaal (1628 durch Zwischenwände zur Wohnung des Amtmanns umgebaut). Im 2. Stockwerk 2 Schlafkammern und 1 kleine Kammer, darüber 1628 Kornboden.

Freitreppe in den Turm des 17. Jh. Über dem Portal gesprengter Dreiecksgiebel, darin Allianzwappen Hermann Adolfs zur Lippe und seiner ersten Frau Ernestine von Isenburg-Büdingen, darunter Inschriften (s. u.). Innen viergeschossiges Treppenhaus mit Steinbalustertreppe. Rechts Zugang über einen Vorraum in den "Rittersaal". Im Vorraum Zugang zur Wendeltreppe in den kreuzgewölbten Keller (2 x 4 Joche) mit altem Brunnen.

An der Ostseite angebaut Back- und Brauhaus, Grundfläche ca. 10 x 11 m, im Keller Mittelpfeiler und 4 Kreuzgratgewölbe sowie großer Kamin im Südwestjoch, Kaminaufsatz auf 2 Freipfeilern mit Segmentbögen. Hinter dem Kamin befand sich der Backofen.

An die Burg schließt sich beiderseits die Stadtmauer an.

Südlich die sog. Burgscheune, das Vorwerk der Burg (Landwirtschaftsgebäude). Im mittelalterlichen Teil ein im 15. Jh. verfüllter Brunnen. Turm 1656–1659 erbaut.

Inschriften

Südfassade des mittelalterlichen Baus: BERNHARDUS NOBILIS VIR DNS LIPPEN / SIS HANC DOMUM CONSTRUXIT ET COMPLE / VIT ANNO DOM MCCCXLVIII (1348).

Über dem Portal des Treppenturms Allianzwappen, Datierung 1659 und Beschriftung der beiden Wappen:
HERMANN / ADOLPFF / G. V. E. H. Z. [Graf und Edler Herr zur] / LIPPE.
ERNESTINA / G. V. E. F. Z. [Gräfin und Edle Frau zur] LIPPE / G. G. Z. [geborene Gräfin zu] ISENBVRG / VND BVDINGEN

Auf dem Kump (Inschrifttafel im Burgmuseum, Rittersaal-Nordwand):
MICH HATT DER ERDKRAIS SCHON 3 HUNDERt JAHR GEtRAGEN / EH MAN O SCHÖNStES CLAR VON DIR WAS KONNEN SAGEN / NUR DAS DEIN LAUF DURCHKROCH DAS LAND ZUR FAUL UND NÄS / VND NUN ZUR SPEIS VNt TRANCK ERFÜLLESt DIE GEFÄS. / GANTZ REICHLICH QUILLEStU GIBSt WASSERS GNUG ZU LEBEN / SO DAS WIR DIR O GOTT DAFUR DANCKOPFER GEBEN. / ICH StAND GANTZ OHNE LICHt, VERALTEt VNDT VERDERBT. / WIE HERMAN ADOLPH MICH ALS HER DES LANDS GEERBT. / GLEICHWIE ER ABER MICH SO RÜMBLICH AUFGEBAUET. / VND OFT ZU SEINER LUST GANtZ FRÖLICH ANGESCAUET. / ALSO HAT SEIN HER SOHN GRAF SIMON HENRICH MIR. / DURCH DIESES BRUNNEN LAUF, VERMEHREt MEINE ZIER. / LEB DAN O GROSSER GRAF, LEB GLÜCKLICH LANG UND QUILDO / DER WEISHEIT ÜBERFLUS, GOTT MEINEN WUNSCH ERFULLE / UND SEGNE MEINEN HERN, SEIN LAND, UND DIES SEIN HAUS / UMB OFtERS GANZt VERGNUGt ZU ZIEHEN EIN UND AUS. / DEN 12 FEBR. 1682. AHVKGLHVDZH [Adam Henrich von Kotzenberg gräflich lippischer Hofmeister vnd Drost zu Horn).

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Literatur

Otto Preuß, Die baulichen Alterthümer des Lippischen Landes, Detmold 1873, S. 43 f.

Otto Gaul: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen: Landkreis Detmold, Typoskript, Lemgo um 1960 Digitalisat .

Roland Linde, Die Burg Horn. Nebenresidenz und Witwensitz der Edelherren und Grafen zur Lippe (Lippische Kulturlandschaften; 10), Detmold 2008.

Quellen

Weblinks

Website des Burgmuseums

Einzelnachweise

  1. Otto Gaul: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen: Landkreis Detmold, Typoskript, Lemgo um 1960 Digitalisat .
  2. Roland Linde, Die Burg Horn. Nebenresidenz und Witwensitz der Edelherren und Grafen zur Lippe (Lippische Kulturlandschaften; 10), Detmold 2008.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 16.09.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 16.09.2026 von Joachim Kleinmanns