Kirchweg Kirche (Heiligenkirchen): Unterschied zwischen den Versionen
Markierungen: Mobile Bearbeitung Mobile Web-Bearbeitung |
Markierungen: Mobile Bearbeitung Mobile Web-Bearbeitung |
||
| Zeile 44: | Zeile 44: | ||
Der romanische Rechteckchor wurde im 15. Jahrhundert abgebrochen und durch den heute noch vorhandenen größeren Chor ersetzt. Auch dieser erhielt eine rechtwinklige Grundform, griff aber nach Süden und Osten über die vorherigen Grenzen hinaus. An der Nordseite des Chors ist eine gerahmte Sakramentsnische erhalten, die ursprünglich mit einer Gittertür verschlossen war. Hier wurden in vorreformatorischer Zeit die geweihten, nicht zur Kommunion verwendeten Hostien verwahrt, die u. a. als Sterbesakrament dienen konnten. Der Chor erhielt an allen drei Außenwänden zweibahnige Maßwerkfenster und wurde mit einem Kreuzrippengewölbe gedeckt. Wohl um den Raumeindruck zu vereinheitlichen, wurde zugleich auch das Langhaus mit einem Kreuzrippengewölbe versehen. Nur das erst ein Jahrhundert alte Kreuzgratgewölbe des südlichen Seitenschiffs mochte man nicht abbrechen, sondern behalf sich hier mit aufgemalten Rippen und Schlusssteinen. Im Langhaus zeigt der westliche Schlussstein einen Christuskopf, der östliche wie auch im Chor eine lippische Rose. Linde hat vermutet, dass die lippischen Rosen sich auf Bernhard VII. zur Lippe (gest. 1511) als Patronatsherren und seinen Bruder, den Paderborner Bischof Simon zur Lippe (gest. 1498), beziehen könnten.<ref> {{LindeKirche2015}}, S. 9</ref> Dann wäre die Einwölbung erst nach Simons Amtseinführung, welche 1463 erfolgte, zu vermuten. | Der romanische Rechteckchor wurde im 15. Jahrhundert abgebrochen und durch den heute noch vorhandenen größeren Chor ersetzt. Auch dieser erhielt eine rechtwinklige Grundform, griff aber nach Süden und Osten über die vorherigen Grenzen hinaus. An der Nordseite des Chors ist eine gerahmte Sakramentsnische erhalten, die ursprünglich mit einer Gittertür verschlossen war. Hier wurden in vorreformatorischer Zeit die geweihten, nicht zur Kommunion verwendeten Hostien verwahrt, die u. a. als Sterbesakrament dienen konnten. Der Chor erhielt an allen drei Außenwänden zweibahnige Maßwerkfenster und wurde mit einem Kreuzrippengewölbe gedeckt. Wohl um den Raumeindruck zu vereinheitlichen, wurde zugleich auch das Langhaus mit einem Kreuzrippengewölbe versehen. Nur das erst ein Jahrhundert alte Kreuzgratgewölbe des südlichen Seitenschiffs mochte man nicht abbrechen, sondern behalf sich hier mit aufgemalten Rippen und Schlusssteinen. Im Langhaus zeigt der westliche Schlussstein einen Christuskopf, der östliche wie auch im Chor eine lippische Rose. Linde hat vermutet, dass die lippischen Rosen sich auf Bernhard VII. zur Lippe (gest. 1511) als Patronatsherren und seinen Bruder, den Paderborner Bischof Simon zur Lippe (gest. 1498), beziehen könnten.<ref> {{LindeKirche2015}}, S. 9</ref> Dann wäre die Einwölbung erst nach Simons Amtseinführung, welche 1463 erfolgte, zu vermuten. | ||
===Die | ===Die Hammersteinsche Gruft=== | ||
1663 wurde an der Nordseite des Langhauses, unmittelbar an den Chor anschließend, die Gruft der Familie von Hammerstein angebaut.<ref> Zur Familie von Hammerstein siehe LAV NRW OWL, L 52 Lippischer Adel, Nr. 104: v. Hammerstein, 1592–1757.</ref> 1614 hatte der lippische Rat Hans Adam von Hammerstein (1579–1653) die 1610 von Graf Simon VI. gegründete herrschaftliche Meierei im benachbarten [[Hornoldendorf]] pfandweise übernommen, da der Graf bei Gesamtschulden von rund 700.000 Talern die 12.000 von Hammerstein geliehenen Taler nicht zurückzahlen konnte. Hammerstein saß hier bereits seit der Meiereigründung als Verwalter ("Hofmeister") und hatte erhebliche Eigenmittel in die Bauten gesteckt. Er erreichte, dass die Meierei nun den Status eines adeligen, erblichen und landtagsfähigen Rittergutes erhielt.<ref> LAV NRW OWL, L 18 Vogtei Falkenberg, Nr. 25, 1610–1614, 1713.</ref><ref> LAV NRW OWL, L 19 Vogtei Falkenberg, Nr. 27, 1657, 1709–1722, 1761–1783.</ref> | 1663 wurde an der Nordseite des Langhauses, unmittelbar an den Chor anschließend, die Gruft der Familie von Hammerstein angebaut.<ref> Zur Familie von Hammerstein siehe LAV NRW OWL, L 52 Lippischer Adel, Nr. 104: v. Hammerstein, 1592–1757.</ref> 1614 hatte der lippische Rat Hans Adam von Hammerstein (1579–1653) die 1610 von Graf Simon VI. gegründete herrschaftliche Meierei im benachbarten [[Hornoldendorf]] pfandweise übernommen, da der Graf bei Gesamtschulden von rund 700.000 Talern die 12.000 von Hammerstein geliehenen Taler nicht zurückzahlen konnte. Hammerstein saß hier bereits seit der Meiereigründung als Verwalter ("Hofmeister") und hatte erhebliche Eigenmittel in die Bauten gesteckt. Er erreichte, dass die Meierei nun den Status eines adeligen, erblichen und landtagsfähigen Rittergutes erhielt.<ref> LAV NRW OWL, L 18 Vogtei Falkenberg, Nr. 25, 1610–1614, 1713.</ref><ref> LAV NRW OWL, L 19 Vogtei Falkenberg, Nr. 27, 1657, 1709–1722, 1761–1783.</ref> | ||