Neue Torstraße 14 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen
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Die großbürgerliche Hausstätte in guter Lage an der Neuen Torstraße dürfte bis in die Gründungszeit der Stadt im 13. Jahrhundert zurückreichen. | Die großbürgerliche Hausstätte in guter Lage an der Neuen Torstraße dürfte bis in die Gründungszeit der Stadt im 13. Jahrhundert zurückreichen. | ||
Rolf vermutet als Erbauer den Blomberger Amtmann Anton Höcker († vor 1597); diese Annahme muss nach dem Fund einer Skizze von Emil Zeiß von etwa 1875 korrigiert werden: Unter der damaligen Adresse des Hauses „Bl[omberg] No. 42, Paulsen“ skzzierte Zeiß einen heute nicht mehr vorhandenen Torbogen von 1587 (Skizzenbuch 23, ca. 1875-77). Außerdem notierte er zu diesem Haus eine unvollständig überlieferte lateinische Inschrift, die ebenfalls nicht mehr erhalten ist (s. unter Inschriften). Mit diesem überraschenden Fund in dem Skizzenbuch von Emil Zeiß konnte der Bauherr des Hauses von 1560 identifiziert werden und die weitere Besitzergeschichte des Hauses im 16. Jahrhundert rekonstruiert werden. | Rolf vermutet als Erbauer den Blomberger Amtmann Anton Höcker († vor 1597); diese Annahme muss nach dem Fund einer Skizze von Emil Zeiß von etwa 1875 korrigiert werden: Unter der damaligen Adresse des Hauses „Bl[omberg] No. 42, Paulsen“ skzzierte Zeiß einen heute nicht mehr vorhandenen Torbogen von 1587 (Skizzenbuch 23, ca. 1875-77). Außerdem notierte er zu diesem Haus eine unvollständig überlieferte lateinische Inschrift, die ebenfalls nicht mehr erhalten ist (s. unter Inschriften). Mit diesem überraschenden Fund in dem Skizzenbuch von Emil Zeiß konnte der Bauherr des Hauses von 1560 identifiziert werden und die weitere Besitzergeschichte des Hauses im 16. Jahrhundert rekonstruiert werden.<ref>Heinrich Stiewe, Blomberger Inschriften des 15. bis 18. Jahrhunderts, in: Hiram Kümper (Hg.), Miscellanea Blombergense, Bielefeld 2015, S. 152-217, hier: S. 211ff.</ref> | ||
Die Inschrift enthält die Datierung Dezember 1560 (TER QVINGENTOS ET SEXAGINTA DECEMBRES), die mit dem Dendrodatum aus dem Dachwerk übereinstimmt. Der erwähnte Justus (auch Jobst oder Jodocus) Piderit, latinisiert zu Pideritius, war ein Sohn von Mauritz Piderit, dem ersten lutherischen Pfarrer an der Altstädter Kirche St. Nicolai in Lemgo und war von 1557 bis zu seinem Tod 1584 lutherischer Pfarrer in Blomberg. Er war der Vater und Amtsvorgänger des Blomberger Pfarrers Johannes Piderit (1559-1637, amt. 1584-1628), dem Verfasser der 1627 in Rinteln gedruckten „Chronik der Grafschaft Lippe“ (Chronicon Comitatus Lippiae). Nach dieser Inschrift war also Justus Piderit und nicht Johann Höcker der Erbauer des Hauses. | Die Inschrift enthält die Datierung Dezember 1560 (TER QVINGENTOS ET SEXAGINTA DECEMBRES), die mit dem Dendrodatum aus dem Dachwerk übereinstimmt. Der erwähnte Justus (auch Jobst oder Jodocus) Piderit, latinisiert zu Pideritius, war ein Sohn von Mauritz Piderit, dem ersten lutherischen Pfarrer an der Altstädter Kirche St. Nicolai in Lemgo und war von 1557 bis zu seinem Tod 1584 lutherischer Pfarrer in Blomberg. Er war der Vater und Amtsvorgänger des Blomberger Pfarrers Johannes Piderit (1559-1637, amt. 1584-1628), dem Verfasser der 1627 in Rinteln gedruckten „Chronik der Grafschaft Lippe“ (Chronicon Comitatus Lippiae). Nach dieser Inschrift war also Justus Piderit und nicht Johann Höcker der Erbauer des Hauses. | ||