Neue Torstraße 14 (Blomberg): Unterschied zwischen den Versionen

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Die Inschrift enthält die Datierung Dezember 1560 (TER QVINGENTOS ET SEXAGINTA DECEMBRES), die mit dem Dendrodatum aus dem Dachwerk übereinstimmt. Der erwähnte Justus (auch Jobst oder Jodocus) Piderit, latinisiert zu Pideritius, war ein Sohn von Mauritz Piderit, dem ersten lutherischen Pfarrer an der Altstädter Kirche St. Nicolai in Lemgo und amtierte von 1557 bis zu seinem Tod 1584 als lutherischer Pfarrer in Blomberg. Er war der Vater und Amtsvorgänger des Blomberger Pfarrers Johannes Piderit (1559-1637, amt. 1584-1628), dem Verfasser der 1627 in Rinteln gedruckten „Chronik der Grafschaft Lippe“ (''Chronicon Comitatus Lippiae''). Nach dieser Inschrift war also Justus Piderit und nicht Johann Höcker der Erbauer des Hauses.
Die Inschrift enthält die Datierung Dezember 1560 (TER QVINGENTOS ET SEXAGINTA DECEMBRES), die mit dem Dendrodatum aus dem Dachwerk übereinstimmt. Der erwähnte Justus (auch Jobst oder Jodocus) Piderit, latinisiert zu Pideritius, war ein Sohn von Mauritz Piderit, dem ersten lutherischen Pfarrer an der Altstädter Kirche St. Nicolai in Lemgo und amtierte von 1557 bis zu seinem Tod 1584 als lutherischer Pfarrer in Blomberg. Er war der Vater und Amtsvorgänger des Blomberger Pfarrers Johannes Piderit (1559-1637, amt. 1584-1628), dem Verfasser der 1627 in Rinteln gedruckten „Chronik der Grafschaft Lippe“ (''Chronicon Comitatus Lippiae''). Nach dieser Inschrift war also Justus Piderit und nicht Johann Höcker der Erbauer des Hauses.
   
   
Der von Zeiß skizzierte Torbogen zeigt eine reiche Spätrenaissance-Ornamentik mit Eierstab und umlaufenden Akanthusblättern sowie die Datierungsinschrift: · 1 · 5 87 · Seitlich (auf den Torkopfbändern) sind Wappen in Rollwerkkartuschen angedeutet; links (heraldisch rechts) ein Tier mit einem Stab im Maul, rechts eine Kralle oder Tatze. Diese Motive können als Wappen der Familie Höcker (Otter, nach dem belegten Beinamen „Otterjeger“, vgl. Langer Steinweg 12, Kamin mit Wappen) und von der Hoya (Bärentatze) identifiziert werden.<ref>Stiewe, wie vorige Anm.</ref> Sie beziehen sich auf Franz Höcker, Amtmann in Barntrup und Sohn des Blomberger Amtmanns Johann Höcker (den Rolf als Bauherrn angenommen hatte), der um 1586 Anna von der Hoya aus Minden, eine illegitime Nachfahrin der Grafen von Hoya, geheiratet hatte. Dieser Torbogen, der schon Ende des 19. Jahrhunderts beseitigt worden ist, lässt auf einem größeren Umbau des 1560 erbauten Hauses schließen, den Franz Höcker 1587 kurz nach seiner Heirat mit Anna von der Hoya durchführen ließ. Möglicherweise hat Franz Höcker das Haus nach dem Tode des in der älteren Inschrift genannten Erbauers Justus Piderit 1584 erworben und 1587 umbauen lassen. Nach Rolf kam das Haus später erneut in den Besitz der Familie Piderit, als 1689 Johann Piderit, Sohn des Blomberger Bürgermeisters Hermann Piderit, einheiratete.<ref>Rolf, Bürger 1996, S. 27.</ref>
Der von Zeiß auf dem gleichen Blatt skizzierte Torbogen zeigt eine reiche Spätrenaissance-Ornamentik mit Eierstab und umlaufenden Akanthusblättern sowie die Datierungsinschrift "15 87". Seitlich (auf den Torkopfbändern) sind Wappen in Rollwerkkartuschen angedeutet; links (heraldisch rechts) ein Tier mit einem Stab im Maul, rechts eine Kralle oder Tatze. Diese Motive können als Wappen der Familie Höcker (Otter, nach dem belegten Beinamen „Otterjeger“, vgl. Langer Steinweg 12, Kamin mit Wappen) und von der Hoya (Bärentatze) identifiziert werden.<ref>Stiewe, wie vorige Anm.</ref> Sie beziehen sich auf Franz Höcker, Amtmann in Barntrup und Sohn des Blomberger Amtmanns Johann Höcker (den Rolf als Bauherrn angenommen hatte), der um 1586 Anna von der Hoya aus Minden, eine illegitime Nachfahrin der Grafen von Hoya, geheiratet hatte. Dieser Torbogen, der schon Ende des 19. Jahrhunderts beseitigt worden ist, lässt auf einem größeren Umbau des 1560 erbauten Hauses schließen, den Franz Höcker 1587 kurz nach seiner Heirat mit Anna von der Hoya durchführen ließ. Möglicherweise hat Franz Höcker das Haus nach dem Tode des in der älteren Inschrift genannten Erbauers Justus Piderit 1584 erworben und 1587 umbauen lassen. Nach Rolf kam das Haus später erneut in den Besitz der Familie Piderit, als 1689 Johann Piderit, Sohn des Blomberger Bürgermeisters Hermann Piderit, einheiratete.<ref>Rolf, Bürger 1996, S. 27.</ref>


==Gebäude==
==Gebäude==