Blomberg (Kernstadt): Unterschied zwischen den Versionen

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Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 von Edelherr Bernhard III. zur Lippe gegründet. Zusammen mit den Städten Horn (um 1240), Detmold (um 1265) und der Neustadt Lemgo (1283) diente sie der Absicherung des lippischen Territoriums "diesseits des Waldes". Erste Münzprägungen der Münzstätte Blomberg erscheinen um 1250, es handelt sich um sogenannte Long-Cross-Sterlinge mit der Umschrift BLOMENBERCH CI(vitas), Stadt Blomberg. Blomberger Münzen wurden im gesamten norddeutschen Raum und im Ostseeraum bis ins Baltikum gefunden. Blomberg galt als die am stärksten befestigte Stadt in Lippe und war zeitweilige Residenz der lippischen Edelherren.  
Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 von Edelherr Bernhard III. zur Lippe gegründet. Zusammen mit den Städten Horn (um 1240), Detmold (um 1265) und der Neustadt Lemgo (1283) diente sie der Absicherung des lippischen Territoriums "diesseits des Waldes". Erste Münzprägungen der Münzstätte Blomberg erscheinen um 1250, es handelt sich um sogenannte Long-Cross-Sterlinge mit der Umschrift BLOMENBERCH CI(vitas), Stadt Blomberg. Blomberger Münzen wurden im gesamten norddeutschen Raum und im Ostseeraum bis ins Baltikum gefunden. Blomberg galt als die am stärksten befestigte Stadt in Lippe und war zeitweilige Residenz der lippischen Edelherren.  


Am 14. Juni 1447 wurde die Stadt in der Soester Fehde von einer Übermacht sächsischer und böhmischer Söldner im Auftrag des Erzbischofs von Köln erobert und vollständig niedergebrannt. Danach erfolgte der Wiederaufbau von Stadt und Burg, doch verlegten die Edelherren zur Lippe ihre Residenz nun dauerhaft nach Detmold.
Am 14. Juni 1447 wurde die Stadt in der Soester Fehde von einer Übermacht sächsischer und böhmischer Söldner im Auftrag des Erzbischofs von Köln erobert und vollständig niedergebrannt. Danach erfolgte der Wiederaufbau von Stadt und Burg, doch verlegten die Edelherren zur Lippe ihre Residenz nun dauerhaft nach Detmold.
 
Nach Ostern stahl eine Frau 40 geweihte Hostien aus der Martinikirche und warf sie aus Angst vor Verfolgung in einen Brunnen im Winkelviertel. Für diesen "Hostienfrevel" wurde sie verhaftet, verhört und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Brunnen galt schon bald als wundertätig und es entstand eine weitrechende Wallfahrt; Blomberger Pilgerzeichen wurden in Amsterdam und im Baltikum gefunden. 1462 wurde eine Kapelle errichtet, 1468 gründete Edelherr Bernhard VII. zur Lippe ein Augustiner-Chorherrenstift "Zum Heiligen Leichnam" und besetzte es mit Augustinermönchen aus Möllenbeck bei Rinteln. Das Kloster blühte schnell auf und erwarb umfangreichen Grundbesitz bis nach Schieder, doch ging die Wallfahrt schon vor 1500 wieder zurück. Infolge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst, in den Gebäuden entstand die Blomberger Lateinschule. Nach dem Abbruch der Stadtkirche St. Martini wurde die frühere Klosterkirche zur ev.-ref. Stadtpfarrkirche.


Die Burg Blomberg war seit dem 14. Jahrhundert Sitz des gleichnamigen Amtes. Mit dem Testament Graf Simons VI. zur Lippe (1613) fiel das Amt Blomberg an die erbherrliche Nebenlinie zur Lippe-Brake. Nach dem Aussterben der Grafen zur Lippe-Brake im Jahre 1709 fiel das Amt Blomberg an die Grafen zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg. Nach längerem Erbstreit musste Lippe-Detmold 1747 die Herrschaft der Bückeburger anerkennen. Die Stadt Blomberg blieb lippisch und empfand die bückeburgische Garnison auf der Burg als Besatzungsmacht, es kam immer wieder zu Konflikten. Erst 1789 fiel das Amt Blomberg an Lippe-Detmold zurück; die Burg und größere Forstreviere blieben noch bis 1962 in bückebugischem Besitz.
Die Burg Blomberg war seit dem 14. Jahrhundert Sitz des gleichnamigen Amtes. Mit dem Testament Graf Simons VI. zur Lippe (1613) fiel das Amt Blomberg an die erbherrliche Nebenlinie zur Lippe-Brake. Nach dem Aussterben der Grafen zur Lippe-Brake im Jahre 1709 fiel das Amt Blomberg an die Grafen zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg. Nach längerem Erbstreit musste Lippe-Detmold 1747 die Herrschaft der Bückeburger anerkennen. Die Stadt Blomberg blieb lippisch und empfand die bückeburgische Garnison auf der Burg als Besatzungsmacht, es kam immer wieder zu Konflikten. Erst 1789 fiel das Amt Blomberg an Lippe-Detmold zurück; die Burg und größere Forstreviere blieben noch bis 1962 in bückebugischem Besitz.
Blomberg war eine stark zünftig organisierte Stadt mit Handwerk und Gewerbe. Seit dem 16. Jahrhundert entwickelte sich ein exportorientiertes Schuhmacherhandwerk mit zeitweilig über 100 Meistern. Blomberger Schuhmacher belieferten auswärtige Märkte mit ihren Schuhen, die sie a8"Schusters Rappen" transportierten. Seit dem späten 18. Jahrhundert gewannen die ebenfalls exportorientierten Stuhltischler an Bedeutung, Blomberger Stühle wurden "wagenweise" bis nach Osnabrück, Kassel und Hannover exportiert.
Erst 1863 wurde das Bauverbot außerhalb der Stadtmauern aufgehoben, als erster Neubau vor der Stadt entstand in diesem Jahr das Haus des Wagenbauers Schwarze vor dem Neuen Tor (Nr. 329, Neue Torstraße 34). Danach wurden in kurzer Zeit Fluchtlinien- und Bebauungspläne für die verlängerte Neue Torstraße (Barntruper Straße), Gartenstraße, Hagenstraße und Heutorstraße aufgestellt. Damit entstand ein großes Erweiterungsgebiet im Nordosten der Stadt, das bis zum Ersten Weltkrieg bebaut wurde.<ref>Heinrich Stiewe, Über die Mauern hinaus..., in: Lieselotte Krull, Heinrich Stiewe, Dieter Zoremba, Über die Mauern der Stadt hinaus. Eine Dokumentation aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Stadtsparkasse Blomberg, Blomberg 1993, S. ...</ref>
Blomberg erlebte eine relativ späte Industrialisierung, die sich aus dem örtlichen Schuhmacher- und Tischlerhandwerk entwickelte: 1885 gründete der Kaufmann Eduard Krohne eine erste Stuhlfabrik, bis in die 1920er Jahre entstanden sechs weitere Stuhlfabriken im Randbereich der Stadt. Aus der Blomberger Sägemühle entstand die Furnier- und Sperrholzfabrik von Bernhard Hausmann; hier wurde 1893 die erste Buchensperrholzplatte hergestellt. 1911 gründete Heinrich Prasse eine Schuhfabrik vor dem Niederen Tor. 1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss (Stichbahn von Schieder/Noltehof), die Strecke wurde aber schon um 1970 wieder stillgelegt.
Heute ist Blomberg mit großen Betrieben wie Phoenix Contact oder Synflex ein Schwerpunkt der Metall- und Elektroindustrie.


==Ortsname==
==Ortsname==