Blomberg (Kernstadt): Unterschied zwischen den Versionen

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==Pläne, Ortsansichten==
==Pläne, Ortsansichten==
Kupferstiche "Stadt Blomberg" und "Haus Blomberg" von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65, als älteste Ansichten der Stadt.
"Stadt Blumberg", Stadtansicht von Osten. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65. Landesarchiv NRW OWL


Farbige Federzeichnung, Stadtansicht von Süden, um 1730.
"Haus Blumberg", Ansicht der Burg Blomberg von Süden. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65. Landesarchiv NRW OWL.
 
Stadtansicht von Südwesten, kolorierte Federzeichnung, um 1730. Landesarchiv NRW OWL, D 73 Tit. 4 Nr. 5825.
 
Skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750. Niedersächsisches Landesarchiv Bückeburg.


Mehrere skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750.
==Bevölkerung==
==Bevölkerung==



Version vom 3. September 2026, 22:42 Uhr

Blomberg (Kernstadt)
GroßgemeindeBlomberg
Karte

Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 gegründet und ist seit dem 1.1.1970 Verwaltungssitz der Großgemeinde Blomberg, seit 1973 im Kreis Lippe.

Blomberg um 1800, "Carte vom Fürstenthum Lippe", Ausschnitt. Um die Stadt sind mehrere Warttürme zu erkennen.
Archive NRW Karten A 11725
Blomberg, "Topographische Karte von Westfalen" des Generalmajors Le Coq von 1805, Ausschnitt. Aus Meier/Stiewe 2022, 4.


Lage

Blomberg liegt am Rande des "Blomberger Beckens", einer flachen Senke mit fruchtbaren Lössböden, die mit zahlreichen älteren Dörfern das agrarische Hinterland der Stadt bildet. Östlich und nördlich der Stadt liegen die bewaldeten Höhen von Eichenberg und Dickem Berg mit ausgedehnten städtischen Forstrevieren.

Die Stadt hat eine markante Spornlage auf einem Berg über dem Tal des Diestelbaches, am höchsten und am besten zu verteidigenden Punkt befindet sich die Burg. Die ansteigende Topographie der Stadt gliedert sich in eine Unterstadt (Brinkviertel und Großes Viertel) und eine Oberstadt (Winkelviertel mit Marktplatz und Kirche und Rossmüllerviertel).

Der Diestelbach trieb etwa ein halbes Dutzend Mühlen an und mündet beim Nessenberg in die Emmer, die das ganze Gebiet zur Weser entwässert.

Seit dem 14. Jahrhundert bestand um die Stadt und ihre Feldmark eine Landwehr aus Wällen und undurchdringlichen Hecken, die im Osten und Südosten mit der Amtslandwehr des Amtes Blomberg zusammenfiel. Insgesamt sechs Warttürme, der Turm auf dem Dicken Berg, der "Turm zu Meien" am Weg nach Barntrup, der Turm auf dem Eichenberg, die "Hohe Warte" beim Siekhof, der Turm auf dem Hundsloh beim Lakehof (Belle) und der Turm auf dem Wartsberg bei Reelkirchen dienten der Überwachung des Vorfeldes der Blomberger Landwehr.

Verwaltungszugehörigkeit

Stadtrecht seit etwa 1240-50, Amt Blomberg seit dem 14. Jahrhundert (Amtsverwaltung auf der Burg, von 1709 bis 1789 bückeburgisch). 1871 bis ca. 1935 Verwaltungsamt Blomberg, danach bis 1972 Kreis Detmold, seit 1973 Kreis Lippe.

Geschichte

Die Stadt Blomberg wurde um 1240-50 von Edelherr Bernhard III. zur Lippe gegründet. Zusammen mit den Städten Horn (um 1240), Detmold (um 1265) und der Neustadt Lemgo (1283) diente sie der Absicherung des lippischen Territoriums "diesseits des Waldes". Erste Münzprägungen der Münzstätte Blomberg erscheinen um 1250, es handelt sich um sogenannte Long-Cross-Sterlinge mit der Umschrift BLOMENBERCH CI(vitas), Stadt Blomberg. Blomberger Münzen wurden im gesamten norddeutschen Raum und im Ostseeraum bis ins Baltikum gefunden. Blomberg galt als die am stärksten befestigte Stadt in Lippe und war zeitweilige Residenz der lippischen Edelherren.

Am 14. Juni 1447 wurde die Stadt in der Soester Fehde von einer Übermacht sächsischer und böhmischer Söldner im Auftrag des Erzbischofs von Köln erobert und vollständig niedergebrannt. Danach erfolgte der Wiederaufbau von Stadt und Burg, doch verlegten die Edelherren zur Lippe ihre Residenz nun dauerhaft nach Detmold.

Nach Ostern 1460 stahl eine Frau 40 geweihte Hostien aus der Martinikirche und warf sie aus Angst vor Verfolgung in einen Brunnen im Winkelviertel. Für diesen "Hostienfrevel" wurde sie verhaftet, verhört und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Der Brunnen galt schon bald als wundertätig und es entstand eine weitrechende Wallfahrt; Blomberger Pilgerzeichen wurden in Amsterdam und im Baltikum gefunden. 1462 wurde eine Kapelle errichtet, 1468 gründete Edelherr Bernhard VII. zur Lippe das Augustiner-Chorherrenstift "Zum Heiligen Leichnam" und besetzte es mit Augustinermönchen aus Möllenbeck bei Rinteln. Das Kloster blühte schnell auf und erwarb umfangreichen Grundbesitz bis nach Schieder, doch ging die Wallfahrt schon vor 1500 wieder zurück. Infolge der Reformation wurde das Kloster 1560 aufgelöst, in den Gebäuden entstand die Blomberger Lateinschule. Nach dem Abbruch der Stadtkirche St. Martini wurde die frühere Klosterkirche zur ev.-ref. Stadtpfarrkirche.

Die Burg Blomberg war seit dem 14. Jahrhundert Sitz des gleichnamigen Amtes. Mit dem Testament Graf Simons VI. zur Lippe (1613) fiel das Amt Blomberg an die erbherrliche Nebenlinie zur Lippe-Brake. Nach dem Aussterben der Grafen zur Lippe-Brake im Jahre 1709 fiel das Amt Blomberg an die Grafen zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg. Nach längerem Erbstreit musste Lippe-Detmold 1747 die Herrschaft der Bückeburger anerkennen. Die Stadt Blomberg blieb lippisch und empfand die bückeburgische Garnison auf der Burg als Besatzungsmacht, es kam immer wieder zu Konflikten. Erst 1789 fiel das Amt Blomberg an Lippe-Detmold zurück; die Burg und größere Forstreviere blieben noch bis 1962 in bückebugischem Besitz.

Blomberg war eine stark zünftig organisierte Stadt mit Handwerk und Gewerbe. Seit dem 16. Jahrhundert entwickelte sich ein exportorientiertes Schuhmacherhandwerk mit zeitweilig über 100 Meistern. Blomberger Schuhmacher belieferten auswärtige Märkte mit ihren Schuhen, die sie auf "Schusters Rappen" transportierten. Seit dem späten 18. Jahrhundert gewannen die ebenfalls exportorientierten Stuhltischler an Bedeutung, Blomberger Stühle wurden "wagenweise" bis nach Osnabrück, Kassel und Hannover exportiert.

Erst 1863 wurde das Bauverbot außerhalb der Stadtmauern aufgehoben, als erster Neubau vor der Stadt entstand in diesem Jahr das Haus des Wagenbauers Schwarze vor dem Neuen Tor (Nr. 329, Neue Torstraße 34). Danach wurden in kurzer Zeit Fluchtlinien- und Bebauungspläne für die verlängerte Neue Torstraße (Barntruper Straße), Gartenstraße, Hagenstraße und Heutorstraße aufgestellt. Damit entstand ein großes Erweiterungsgebiet im Nordosten der Stadt, das bis zum Ersten Weltkrieg bebaut wurde.[1]

Blomberg erlebte eine relativ späte Industrialisierung, die sich aus dem örtlichen Schuhmacher- und Tischlerhandwerk entwickelte: 1885 gründete der Kaufmann Eduard Krohne eine erste Stuhlfabrik, bis in die 1920er Jahre entstanden sechs weitere Stuhlfabriken im Randbereich der Stadt. Aus der Blomberger Sägemühle entstand die Furnier- und Sperrholzfabrik von Bernhard Hausmann; hier wurde 1893 die erste Buchensperrholzplatte hergestellt. 1911 gründete Heinrich Prasse eine Schuhfabrik vor dem Niederen Tor. 1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss (Stichbahn von Schieder/Noltehof), die Strecke wurde aber schon um 1970 wieder stillgelegt.

Heute ist Blomberg mit großen Betrieben wie Phoenix Contact oder Synflex ein Schwerpunkt der Metall- und Elektroindustrie.

Ortsname

Blomberg de Bleome, Blomberg, die Blume, heißt es in einem alten lippischen Städtereim. Die namensgebende "Blume" wird allgemein heraldisch gedeutet und gleichgesetzt mit der Rose, dam Wappen der Edelherren zur Lippe, die die Stadt im 13. Jahrhundert gründeten. In seinem Chronicon Comitatus Lippiae, gedruckt zu Rinteln 1627, überliefert der Blomberger lutherische Pfarrer Johannes Piderit eine schöne Gründungslegende, die die Namensgebung der Stadt erklärt:[2]

Erstlich ist ein alt traditio [...] und Spruch / daß nach dem die Fundatorn abgezirckelt und abgemessen / wie weit sich die Mauern der Stadt oder Weichbild erstrecken solte / habe Gott der Allmächtige in folgender Nacht / den Platz zum Gebäw verordnet / mit schönen lieblichen allerhand Blumen uberstreuet unnd wachsen lassen / darauß sie haben sehen können / daß Gott ein gefallen daran habe / die Gemein solte wachsen und grünen / un[de] wolt jrem Vornehmen / zum glücklichen Ende verhelffen. Darauß sie Vrsach genommen / daß sie folgens die Städte unnd das Gebew daruff darauff den Blumenburg [!] genandt haben; Jeder gleube wer will.

Siedlungscharakteristik

Aufgrund von topographischen Indizien und einigen Hinweisen in der Chronik von Piderit (Rinteln 1627) identifiziert Ulrich Meier eine mögliche, etwa quadratische befestigte Vorgängersiedlung im Vorfeld der vermutlich älteren Burg und charakterisiert diese nach Paul Johansen (1955) als "Stadt auf dem Schild" (ca. 1190 bis ca. 1230). Abgesehen von einigen auffälligen Abstufungen in der Topographie der Blomberger Altstadt gibt es aber keine Belege für diese Annahme bei Piderit.[3]

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand die heutige Stadt auf ovalem Grundriss als planmäßige Anlage nach dem "lippischen Dreistraßen-Schema" (das aber auch bei Städten anderer Gründer vorkommt): Von der Hauptstraße, dem Langen Steinweg, zweigen kurz hinter dem Niederen Tor zwei Nebenstraßen, Brink- und Kuhstraße, in der Art einer Heugabel ab. Diese drei Straßen werden in Höhe des Marktplatzes von einer Querachse aus Burgstraße und Kurzem Steinweg zusammengefasst, über letzteren verlässt der Handelsweg die Stadt durch das Heutor (Heydt dor, Heidetor) in Richtung Hameln. Der quadratische Marktplatz bildet das Zentrum der Stadt, an seiner Nordseite steht das Rathaus, nordwestlich davon wurde ein Baublock für die Stadtkirche St. Martini freigehalten. Vom Marktplatz führt die Neue Torstraße, zunächst als breiter Straßenmarkt nördlich des Rathauses, durch das Neue Tor (möglicherweise erst nach 1447 entstanden) in Richtung Barntrup aus der Stadt.[4]

Pläne, Ortsansichten

"Stadt Blumberg", Stadtansicht von Osten. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65. Landesarchiv NRW OWL

"Haus Blumberg", Ansicht der Burg Blomberg von Süden. Kupferstich von Elias und Heinrich van Lennep, um 1663-65. Landesarchiv NRW OWL.

Stadtansicht von Südwesten, kolorierte Federzeichnung, um 1730. Landesarchiv NRW OWL, D 73 Tit. 4 Nr. 5825.

Skizzenhafte Stadtansichten auf der Flurkarte von J. Chr. Friemel, 1750. Niedersächsisches Landesarchiv Bückeburg.

Bevölkerung

Angaben nach den Gemeindestatistiken des Landes NRW.[5]:

1818: 1.986 Einwohner

1828: 1.888 Einwohner

1835: 2.147 Einwohner

1851: 2.211 Einwohner

1871: 2.222 Einwohner

1895: 3.198 Einwohner

1905: 3.754 Einwohner

1925: 3.995 Einwohner

1939: 5.100Einwohner

1946: 6.491 Einwohner

1950: 6.935 Einwohner

1961: 6.999 Einwohner

1969: 6.991 Einwohner

Hausnummern

Hausnummern wurden erst nach Einführung des Katasters der 1752 gegründeten Lippischen Landesbrandversicherung eingeführt, eine "Verordnung zur Numerierung der Häuser" wurde 1766 erlassen. Gültigkeit erlangten sie aber erst nach 1805. Kurz vor 1900 wurden viele Straßen neu benannt und die Häuser erhielten die bis heute gültige straßenweise Nummerierung.

Die Blomberger Bürgerhäuser waren bis kurz vor 1900 nach einem seit dem 18. Jahrhundert gültigen Umgang nummeriert, beginnend mit dem Eckhaus Nr. 1, heute Marktplatz 6 an der Ecke zur Burgstraße. Von dort aus durchlief die traditionelle Nummerierung die vier seit dem Mittelalter bekannten Stadtviertel: von 1 bis 66 im Winkelviertel, von 67 bis 174 im Roßmüllerviertel (Oberstadt), von 175 bis 272 im Großen Viertel und von 273 bis 328 im Brinkviertel (Unterstadt). Einige jüngere Hausstätten wurden im späten 18. und im 19. Jahrhundert mit a-, b- und c-Nummern hinzugefügt. Eine Übersichtskarte der alten Hausnummern in Blomberg (Abbildung) hat Heinz-Walter Rolf erstellt und 1981 erstmals veröffentlicht.[6]

Hausstätten

Konkordanz der alten Hausnummern und der aktuellen Adressen (im Aufbau):

Die alte, fortlaufende Nummerierung der Blomberger Häuser begann an dem Eckhaus Marktplatz/Burgstraße (Marktplatz 6) mit der Nummer 1 und endete beim Haus Brinkstraße 27 (ehem. Schaumburgischer Krug) mit der Nummer 328. Die straßenweise Nummerierung wurde vor 1900 eingeführt und findet sich erstmalig im "Adreßbuch des Fürstentums Lippe" von 1901.[7]

Winkelviertel

Blomberg Nr. 1 = Marktplatz 6

Blomberg Nr. 19 = Im Seligen Winkel 12

Blomberg Nr. 24b = Im Seligen Winkel 26

Blomberg Nr. 28 = Im Seligen Winkel 3

Blomberg Nr. 31 = Kirchhofstraße 6

Blomberg Nr. 32 = Kirchhofstraße 5

Blomberg Nr. 400 = Kirchhofstraße 4

Blomberg Nr. 33 = Kirchhofstraße 3

Blomberg Nr. 34 = Kirchhofstraße 2

Blomberg Nr. 35 = Kirchhofstraße 1

Blomberg Nr. 40 = Neue Torstraße 10

Blomberg Nr. 42 = Neue Torstraße 14

Blomberg Nr. 52 = Neue Torstraße 24

Blomberg Nr. 56 = Neue Torstraße 26

Blomberg Nr. 59 = Friedrichstraße vor 2

Blomberg Nr. 060a = Friedrichstraße 2

Blomberg Nr. 060b = Friedrichstraße 4

Blomberg Nr. 61 = Friedrichstraße 6

Blomberg Nr. 62 = Friedrichstraße 9

Blomberg Nr. 63 = Friedrichstraße 7

Blomberg Nr. 64a = Friedrichstraße 5

Blomberg Nr. 64b = Friedrichstraße 3

Blomberg Nr. 65 = Friedrichstraße 1

Blomberg Nr. 66 = Neue Torstraße 32

Blomberg Nr. 066a = Neue Torstraße 34

Blomberg Nr. 066b = Neue Torstraße 36


Roßmüllerviertel

Blomberg Nr. 67 = Neue Torstraße 1

Blomberg Nr. 113 = Im Haspel 2

Blomberg Nr. 115 = Im Haspel 3

Blomberg Nr. 116 = Im Haspel 5

Blomberg Nr. 117 = Im Haspel 7


Großes Viertel

Blomberg Nr. 175 = Marktplatz 7

Blomberg Nr. 205 = Kuhstraße 3

Blomberg Nr. 244 = Langer Steinweg 42

Blomberg Nr. 253 = Langer Steinweg 40

Blomberg Nr. 267 = Langer Steinweg 12

Blomberg Nr. 263 = Langer Steinweg 20

Blomberg Nr. 269 = Langer Steinweg 8

Blomberg Nr. 281 = Langer Steinweg 11


Brinkviertel

Blomberg Nr. 273 = Brinkstraße 27

Blomberg Nr. 274 = Burgstraße 4

Blomberg Nr. 276 = Langer Steinweg 1

Blomberg Nr. 277 = Langer Steinweg 3

Blomberg Nr. 279 = Langer Steinweg 7

Blomberg Nr. 286 = Langer Steinweg 21

Blomberg Nr. 284 = Langer Steinweg 17

Blomberg Nr. 288 = Langer Steinweg 23

Blomberg Nr. 304 = Brinkstraße 4

Blomberg Nr. 328 = Brinkstraße 21

Verkehrswege

Blomberg liegt an der "Cöllnischen Landstraße", einem alten Fernhandelsweg im Verlauf des westfälischen Hellweges. Die Straße zweigt in Paderborn vom alten Hellweg ab und führt über die Egge und Horn nach Blomberg und weiter über Hameln in Richtung Braunschweig und Magdeburg (heutige Bundesstraße 1). Diese Handelsstraße wurde nach der Gründung Blombergs um 1240-50 durch das Niedere Tor in die Stadt verlegt. Bei Blomberg kreuzte sich die "Cöllnische Landstraße" mit einer alten Heerstraße von Bremen über Lemgo und Höxter nach Kassel. Diese Straße entspricht in etwa der heutigen Ostwestfalenstraße (B 252), diese nimmt aber ab Blomberg einen anderen Verlauf und führt über Brakel und Warburg zur A 44 Dortmund-Kassel.

1897 erhielt Blomberg einen Eisenbahnanschluss als Stichbahn, die beim Noltehof von der Linie Hannover-Altenbeken abzweigte. Ein geplanter Weiterbau bis Detmold kam nicht zustande. Um 1955 wurde der Personenverkehr eingestellt, die endgültige Stilllegung erfolgte um 1975, das Bahnhofsgebäude wurde 1995 abgerissen.

1926 erfolgte der Anschluss Blombergs an das Straßenbahnnetz der PESAG (Paderborner Elektrizitäts- und Stranbahn AG), die Straßenbahn kam von Horn und Bad Meinberg über die Reichsstraße 1 die Bahnhofstraße, wo sich auch ein Depot befand, in die Stadt. Von dort verlief sie über Heutorstraße und Kurzen Steinweg bis auf den Marktplatz. Schon 1936 wurde die Straßenbahn stillgelegt und durch "Kraftpost"-Omnibusse ersetzt.

Straßen

Literatur

Melina Kurte, Die Blomberger Mauerhäuser. Bau- und sozialgeschichtliche Umntersuchungen, in: Denkmalpflege in Westfalen-Lippe 30 (2024), Heft 2, S. 13-20..

Ulrich Meier, Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13). Münster 2022.

Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981.

Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.

Ernst Thelemann, Chronik der Stadt Blomberg, masch.-schr. Mskr. Blomberg 1944, vervielfältigt Blomberg 1969.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Heinrich Stiewe, Über die Mauern hinaus..., in: Lieselotte Krull, Heinrich Stiewe, Dieter Zoremba, Über die Mauern der Stadt hinaus. Eine Dokumentation aus Anlass des 100jährigen Bestehens der Stadtsparkasse Blomberg, Blomberg 1993, S. ...
  2. Johannes Piderit, Chronicon Comitatus Lippiae, Rintlen 1627, S. 369, zit. nach Birgit Meineke, Die Ortsnamen des Kreises Lippe (Westfälisches Ortsnamenbuch, 2), Bielefeld 2010, S. 88.
  3. Ulrich Meier/Heinrich Stiewe, Blomberg (Historischer Atlas westfälischer Städte, 13), Münster 2022, Textheft, S. 3ff. und Abb. 6.
  4. Meier/Stiewe (wie vor), S. 5
  5. https://de.wikipedia.org/wiki/Blomberg#Einwohnerentwicklung
  6. Heinz-Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981}}.
  7. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 160ff.

Autor*innen

Heinrich Stiewe, Ulrich Schelp

Seitenhistorie

Seite erstellt am 11.06.2024 von Ulrich Schelp

Letzte Änderung am: 03.09.2026 von Heinrich Stiewe