Kolonat 5 (Haustenbeck): Unterschied zwischen den Versionen

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Das ehemalige Kolonat Nr. 5 wurde im Jahr 1660 von Hans Brade gegründet und unter dem Stättenamen Hunkenhof geführt, zuletzt unter Wille.<ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 76, 200 ff.</ref>
Die Stätte wurde um 1660 von Hans Brade (auch Brahe) gegründet und später unter dem Stättenamen Hunkenhof geführt, zuletzt unter Wille.<ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 200.</ref>
Die Stättenbesitzer wurden auch Scheiper (Schäfer) genannt.
==Geschichte==
==Geschichte==
[[Datei:5 Haustenbeck Hunkenhof 1927.jpg|mini|Das ehemalige Kolonat Hunkenhof, Haustenbeck Nr. 5, 1927, Sammlung Walter Göbel.]]
[[Datei:5 Haustenbeck Hunkenhof 1927.jpg|mini|Das ehemalige Kolonat Hunkenhof, Haustenbeck Nr. 5, 1927, Sammlung Walter Göbel.]]
[[Datei:5 Haustenbeck Hunkenhof 1932.jpg|mini|Das ehemalige Kolonat Hunkenhof, Haustenbeck Nr. 5, 1932, Sammlung Walter Göbel.]]
[[Datei:5 Haustenbeck Hunkenhof 1932.jpg|mini|Das ehemalige Kolonat Hunkenhof, Haustenbeck Nr. 5, 1932, Sammlung Walter Göbel.]]


Hans Brade (+ 1678), der Gründer der Stätte, stammte aus Berlebeck. Er war der zweite Siedler in Haustenbeck. <ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, Siehe S. 23.</ref> Eine Hausnummer hatte die Stätte damals noch nicht. Die Nummer trug sie erst seit etwa 1790.


Die Stätte erbte später Maria Agneta Brade (1671-1737). Sie heiratete um 1702 Jürgen Huneke (* 1671-1715). Nach ihm wurde die Stätte anschließend Hunkenhof genannt. Zusätzlich trug sie den Beinamen Schäfer (auch „Scheiper“), z.B. Hunkenhof dictus Schäfer.<ref>Der Beiname Schäfer wird in zahlreichen Kirchenbucheinträgen aufgeführt; siehe auch {{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 74.</ref>
Hans Brade († 1678), der Gründer der Stätte, stammte aus Berlebeck. Er war der zweite Siedler in Haustenbeck. <ref>{{SprengerHaustenbeck1939}}, Siehe S. 23.</ref> Eine Hausnummer hatte die Stätte damals noch nicht. Die Nummer trug sie erst seit etwa 1790.
 
Die Stätte erbte später Maria Agneta Brade (* 1671, † 1737), eine Enkelin Hans Brades. Sie heiratete um 1702 Jürgen Huneke (* 1671, † 1715), der Schäfer in Haustenbeck war.<ref>L 89 A Nr. 98, Bl. 59.</ref>. Nach ihm wurde die Stätte anschließend Hunkenhof genannt. Zusätzlich trug sie den Beinamen Schäfer (auch „Scheiper“), z.B. Hunkenhof dictus Schäfer.<ref>Der Beiname Schäfer wird in zahlreichen Kirchenbucheinträgen aufgeführt; siehe auch {{SprengerHaustenbeck1939}}, S. 74.</ref>
Im Jahr 1704 baute das Paar ein neues Haus (s. Inschrift), das noch 1935 erhalten gewesen sein muss, als ein neues Wohnhaus errichtet wurde.


Johann Gerd Hunkenhof (* um 1703) übernahm die elterliche Stätte mit seiner Eheschließung im Jahr 1726, nachdem sein Bruder, der Anerbe Arend Henrich sie ihm abgetreten hatte.<ref>L 108 A Nr. 136, Bl. 28.</ref>
Johann Gerd Hunkenhof (* um 1703) übernahm die elterliche Stätte mit seiner Eheschließung im Jahr 1726, nachdem sein Bruder, der Anerbe Arend Henrich sie ihm abgetreten hatte.<ref>L 108 A Nr. 136, Bl. 28.</ref>
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Im Jahr 1828 wurden außer dem Besitzerpaar Hunkenhof ein Sohn, drei Töchter und ein Dienstbote verzeichnet. Alle Kinder waren unter 14 Jahren. Leibzüchter lebten keine auf der Stätte, aber eine Einliegerfamilie: Friedrich Kehne und seine Frau hatten einen Sohn unter 14 Jahren.
Im Jahr 1828 wurden außer dem Besitzerpaar Hunkenhof ein Sohn, drei Töchter und ein Dienstbote verzeichnet. Alle Kinder waren unter 14 Jahren. Leibzüchter lebten keine auf der Stätte, aber eine Einliegerfamilie: Friedrich Kehne und seine Frau hatten einen Sohn unter 14 Jahren.
<ref>L 92 Z Nr. 1451, S. 205.</ref>
<ref>L 92 Z Nr. 1451, S. 205.</ref>
Der Anerbe Friedrich Conrad Hunkenhof heiratete im Jahr 1859 Sophie Justine Caroline Gärtner und übernahm mit ihr zusammen die elterliche Stätte. Im Jahr 1864 kaufte er Hofraum und Garten von seinem ehemaligen Nachbarn Friedrich Wächter, Kolon Nr. 17 in Haustenbeck an. Die Stätte Nr. 17 lag ebenfalls im Tötken und grenzte westlich an die Hunkenhof’sche Stätte. Wächter hatte seine Stätte zum Lamsort, nordwestlich des Ortskerns von Haustenbeck verlegt. Auf dem neu erworbenen Grundstück im Tötken errichtete Friedrich Hunkenhof 1864 das Leibzuchtshaus. In dem Leibzuchtshaus wohnte später (ab ca. 1918) die Kirchenküsterin Witwe Bertha Kehne mit ihren Kindern.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>
1872 verkauft der Kolon Friedrich Conrad Hunkenhof Land an Huneke Nr. 88. Auch 1907 verkaufte der Besitzer Land, diesmal an einen Verwandten, den Ziegler Wilhelm Hunkenhof, der dort die [[Kolonat 162 (Haustenbeck)|Neuwohnerstätte Nr. 162]] anlegte.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>
Der Beiname Scheiper blieb lang erhalten. Noch Friedrich Hunkenhof, der am 16.12.1898 heiratete wurde „Scheipers Frittcken“ genannt.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>


Die Stätte blieb bis zum Jahr 1935 in Besitz der Familie Hunkenhof. Der anschließende Eigentümer, Fritz Wille, war ein naher Verwandter der Familie. Er errichtete im Jahr 1935 einen Neubau neben der alten Stätte und brach dann die alte Stätte ab.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>
Die Stätte blieb bis zum Jahr 1935 in Besitz der Familie Hunkenhof. Der anschließende Eigentümer, Fritz Wille, war ein naher Verwandter der Familie. Er errichtete im Jahr 1935 einen Neubau neben der alten Stätte und brach dann die alte Stätte ab.<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript).</ref>


*Umsiedlung 1940. Name(n) und neuer Wohnort: Wille, Detmold.<ref>Walter Göbel in {{PiesczekTruppenübungsplatz1994}},  S. 54 ff</ref>
Im Januar 1939 kauft Fritz Wille zunächst Land in Horn und will dort bauen, was aber nicht genehmigt wird. Noch Ende Januar verkauft er seine Stätte in Haustenbeck und erhält eine Leibzucht und Ersatzgrundstück in Schlangen. Im Sommer erwirbt er eine Parzelle in Demtold, die eine Baustelle ist, und will dort ein Wohnhaus errichten.
Am 17. April 1940 übergibt er seinen Besitz in Haustenbeck an die Ruges (Reichsumsiedlungsgesellschaft).<ref>Forschungen Walter Göbel (Manuskript); s. auch: Walter Göbel in {{PiesczekTruppenübungsplatz1994}},  S. 54 ff.</ref>


==Gebäude==
==Gebäude==
1704 Wohnhaus gebaut als Zweifamilienhaus, s. Inschrift  (noch 1935 erhalten, besteht nicht mehr)


1858 Leibzuchtshaus gebaut
1928 Scheune / Stall gebaut
1928 Schuppen
1935 neues Wohnhaus gebaut (Zweifamilienhaus)
==Inschriften==
==Inschriften==
In zwei übereinander liegenden Torbalken befanden sich zwei Inschriften <ref>Walter Göbel, [http://www.nhv-ahnenforschung.de/Torbogen/Orte/haustenbeck.htm Hausinschriften in Haustenbeck]</ref>
In zwei übereinander liegenden Torbalken befanden sich zwei Inschriften <ref>Walter Göbel, [http://www.nhv-ahnenforschung.de/Torbogen/Orte/haustenbeck.htm Hausinschriften in Haustenbeck]</ref>
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„Anno 1704 den 21. Julius hat Jürgen Hunkenhof und Maria Agneta Braden dis Haus bauen lassen“
„Anno 1704 den 21. Julius hat Jürgen Hunkenhof und Maria Agneta Braden dis Haus bauen lassen“
Neben der Inschrift (von 1803) befand sich links die lippische Rose.


'''Im darunter liegenden Torbalken:'''
'''Im darunter liegenden Torbalken:'''
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==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
* 1660 Hans Brade († 1678)  oo   
* 1660 Hans Brade († 1678)  oo   
* um 1702? Marie Agnete Brade (1671-1737)  ca. 1702 oo  Jürgen Hunkenhof
* 1682 Christophel Brade († 1692)  oo 1670  Christine Meyer († 1698)
* 1726 Johann Gerd Hunkenhof (Sohn von Jürgen)  1726 oo  Elisabeth Wächter
* um 1702? Marie Agnete Brade (*1671, Tochter Von Christophel B, † 1737)  ca. 1702 oo  Jürgen Hunkenhof (* 1671, †1715);
* 1753 Johann Friedrich Hermann Hunkenhof (* 1731, Sohn von Johann Gerd)  24.6.1753 oo  Tilla Cathrina NN
sie II oo 1716  Johann Christoph Renne († 1735)
* 1778 Simon Jobst Hunkenhof (* 1754, Sohn von Joh. Friedrich Hermann, † 1814)  1778 oo  Annemarie Schlür, Heidenoldendorf; II oo 1794 Anne Margrete Ilsabein Biere
* 1726 Johann Gerd Hunkenhof (* 1703, Sohn von Jürgen H., † 1743)  1726 oo  Elisabeth Wächter (* 1699, † 1786);
* 1818 Conrad Hunkenhof (Sohn von Simon Jobst)  1818 oo  Wilhelmine Röhrmann, [[Kolonat 6 (Haustenbeck)|Haustenbeck Nr. 6]]; II oo  1837 Wilhelmine Erpe aus Frommhausen
sie II oo 1744  Simon Jost Redeker († 1773)
* 1859 Friedrich Conrad Hunkenhof (* 1833, Sohn von Conrad)  oo  Sophie Justine Caroline Gärtner, [[Kolonat 53 (Haustenbeck)|Haustenbeck Nr. 53]]
* 1753 Johann Friedrich Hermann Hunkenhof (* 1731, Sohn von Johann Gerd, † 1780)  24.6.1753 oo  Tilla Cathrina Hunke(n) aus Lage (* 1720, † 1794)
* 1778 Simon Jobst Hunkenhof (* 1754, Sohn von Joh. Friedrich Hermann, † 1814)  1778 I oo  Anne Margrete Ilsabein Biere († 1792);
er 1794 II oo  Anne Marie Catharina Elisabeth Schlür, Heidenoldendorf (* 1764, † 1816)
* 1818 Johann Bernd Christian ''Conrad'' Hunkenhof (* 1792, Sohn von Simon Jobst, † 1850)  1818 oo  Wilhelmine Röhrmann, [[Kolonat 6 (Haustenbeck)|Haustenbeck Nr. 6]] (* 1798, † 1836);  
er II oo  1837 Wilhelmine Erpe aus Frommhausen Nr. 11 (* 1812, † 1877); sie II oo 1856 Conrad Heinrich Schwarze aus Haustenbeck († 1858)
* 1859 Friedrich Conrad Hunkenhof (* 1833, Sohn von Conrad, † 1892)  oo  Sophie Justine Caroline Gärtner, [[Kolonat 53 (Haustenbeck)|Haustenbeck Nr. 53]] (* 1829, † 1910)
* 1898 Friedrich Heinrich Ferdinand Hunkenhof (* 1865, Sohn von Friedrich)  oo  Sophie Marie Henriette Wille (* 1875 in [[Kolonat 102 (Haustenbeck)|Haustenbeck Nr. 109]])
* 1901 Hunekenhof, Friedrich, Landwirth. Hunekenhof, Wilhelm, Ziegler.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 206 ff.</ref>
* 1901 Hunekenhof, Friedrich, Landwirth. Hunekenhof, Wilhelm, Ziegler.<ref>{{LippeAdressbuch1901}}, S. 206 ff.</ref>
* 1926 Hunkenhof, Friedr., Landwirt; Kehne, Bertha, Witwe.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 673 ff.</ref>
* 1926 Hunkenhof, Friedr., Landwirt; Kehne, Bertha, Witwe.<ref>{{LippeAdressbuch1926}}, S. 673 ff.</ref>

Version vom 17. Oktober 2026, 11:02 Uhr

Kolonat 5 (Haustenbeck)
OrtsteilHaustenbeck
Straße-
Hausnummer-
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHaustenbeck
Hausnummer005

Die Stätte wurde um 1660 von Hans Brade (auch Brahe) gegründet und später unter dem Stättenamen Hunkenhof geführt, zuletzt unter Wille.[1] Die Stättenbesitzer wurden auch Scheiper (Schäfer) genannt.

Geschichte

Das ehemalige Kolonat Hunkenhof, Haustenbeck Nr. 5, 1927, Sammlung Walter Göbel.
Das ehemalige Kolonat Hunkenhof, Haustenbeck Nr. 5, 1932, Sammlung Walter Göbel.


Hans Brade († 1678), der Gründer der Stätte, stammte aus Berlebeck. Er war der zweite Siedler in Haustenbeck. [2] Eine Hausnummer hatte die Stätte damals noch nicht. Die Nummer trug sie erst seit etwa 1790.

Die Stätte erbte später Maria Agneta Brade (* 1671, † 1737), eine Enkelin Hans Brades. Sie heiratete um 1702 Jürgen Huneke (* 1671, † 1715), der Schäfer in Haustenbeck war.[3]. Nach ihm wurde die Stätte anschließend Hunkenhof genannt. Zusätzlich trug sie den Beinamen Schäfer (auch „Scheiper“), z.B. Hunkenhof dictus Schäfer.[4] Im Jahr 1704 baute das Paar ein neues Haus (s. Inschrift), das noch 1935 erhalten gewesen sein muss, als ein neues Wohnhaus errichtet wurde.

Johann Gerd Hunkenhof (* um 1703) übernahm die elterliche Stätte mit seiner Eheschließung im Jahr 1726, nachdem sein Bruder, der Anerbe Arend Henrich sie ihm abgetreten hatte.[5]

Im Jahr 1769 lebte das Ehepaar Hunkenhof mit zwei Söhnen auf der Stätte. Sie besaßen ein Pferd und drei Kühe. Das Leibzüchterpaar lebte allein und besaß zwei Kühe.[6]

Im Jahr 1776 wurden mit Johann Friedrich „Hunkenhof“ und seiner Frau wieder zwei Söhne registriert. An Vieh besaßen sie nun drei Kühe und drei Rinder. Die Leibzüchterin war nun allein, besaß eine Kuh und betrieb Spinnerei.[7] die zweite im jahr 1769 noch gezählte Kuh war wohl mit dem Tod des Mannes an die Stätte zurückgefallen.

Bei dem Neubau von 1803 soll es sich überwiegend um eine Vergrößerung der alten bestehende Stätte gehandelt haben, bei der das noch brauchbare Material Verwendung fand. Der in der Inschrift angegebene Simon Jobst Hunkenhof (1754-1814) hatte am 22. Juni 1794 in zweiter Ehe Anne Marie Catharine Elisabeth Schluer (* 1764-1816) aus Heidenoldendorf geheiratet.[8]

Im Jahr 1828 wurden außer dem Besitzerpaar Hunkenhof ein Sohn, drei Töchter und ein Dienstbote verzeichnet. Alle Kinder waren unter 14 Jahren. Leibzüchter lebten keine auf der Stätte, aber eine Einliegerfamilie: Friedrich Kehne und seine Frau hatten einen Sohn unter 14 Jahren. [9]

Der Anerbe Friedrich Conrad Hunkenhof heiratete im Jahr 1859 Sophie Justine Caroline Gärtner und übernahm mit ihr zusammen die elterliche Stätte. Im Jahr 1864 kaufte er Hofraum und Garten von seinem ehemaligen Nachbarn Friedrich Wächter, Kolon Nr. 17 in Haustenbeck an. Die Stätte Nr. 17 lag ebenfalls im Tötken und grenzte westlich an die Hunkenhof’sche Stätte. Wächter hatte seine Stätte zum Lamsort, nordwestlich des Ortskerns von Haustenbeck verlegt. Auf dem neu erworbenen Grundstück im Tötken errichtete Friedrich Hunkenhof 1864 das Leibzuchtshaus. In dem Leibzuchtshaus wohnte später (ab ca. 1918) die Kirchenküsterin Witwe Bertha Kehne mit ihren Kindern.[10]

1872 verkauft der Kolon Friedrich Conrad Hunkenhof Land an Huneke Nr. 88. Auch 1907 verkaufte der Besitzer Land, diesmal an einen Verwandten, den Ziegler Wilhelm Hunkenhof, der dort die Neuwohnerstätte Nr. 162 anlegte.[11]

Der Beiname Scheiper blieb lang erhalten. Noch Friedrich Hunkenhof, der am 16.12.1898 heiratete wurde „Scheipers Frittcken“ genannt.[12]

Die Stätte blieb bis zum Jahr 1935 in Besitz der Familie Hunkenhof. Der anschließende Eigentümer, Fritz Wille, war ein naher Verwandter der Familie. Er errichtete im Jahr 1935 einen Neubau neben der alten Stätte und brach dann die alte Stätte ab.[13]

Im Januar 1939 kauft Fritz Wille zunächst Land in Horn und will dort bauen, was aber nicht genehmigt wird. Noch Ende Januar verkauft er seine Stätte in Haustenbeck und erhält eine Leibzucht und Ersatzgrundstück in Schlangen. Im Sommer erwirbt er eine Parzelle in Demtold, die eine Baustelle ist, und will dort ein Wohnhaus errichten. Am 17. April 1940 übergibt er seinen Besitz in Haustenbeck an die Ruges (Reichsumsiedlungsgesellschaft).[14]

Gebäude

1704 Wohnhaus gebaut als Zweifamilienhaus, s. Inschrift (noch 1935 erhalten, besteht nicht mehr)

1858 Leibzuchtshaus gebaut

1928 Scheune / Stall gebaut

1928 Schuppen

1935 neues Wohnhaus gebaut (Zweifamilienhaus)

Inschriften

In zwei übereinander liegenden Torbalken befanden sich zwei Inschriften [15]

Im oberen Torbalken:

„Anno 1704 den 21. Julius hat Jürgen Hunkenhof und Maria Agneta Braden dis Haus bauen lassen“

Neben der Inschrift (von 1803) befand sich links die lippische Rose.

Im darunter liegenden Torbalken:

„Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn. Simon Jobst Hunkenhof und Annemarie geb. Schlür Haben dies Haus bauen lassen Den 2. Julius 1803“

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1660 Hans Brade († 1678) oo
  • 1682 Christophel Brade († 1692) oo 1670 Christine Meyer († 1698)
  • um 1702? Marie Agnete Brade (*1671, Tochter Von Christophel B, † 1737) ca. 1702 oo Jürgen Hunkenhof (* 1671, †1715);

sie II oo 1716 Johann Christoph Renne († 1735)

  • 1726 Johann Gerd Hunkenhof (* 1703, Sohn von Jürgen H., † 1743) 1726 oo Elisabeth Wächter (* 1699, † 1786);

sie II oo 1744 Simon Jost Redeker († 1773)

  • 1753 Johann Friedrich Hermann Hunkenhof (* 1731, Sohn von Johann Gerd, † 1780) 24.6.1753 oo Tilla Cathrina Hunke(n) aus Lage (* 1720, † 1794)
  • 1778 Simon Jobst Hunkenhof (* 1754, Sohn von Joh. Friedrich Hermann, † 1814) 1778 I oo Anne Margrete Ilsabein Biere († 1792);

er 1794 II oo Anne Marie Catharina Elisabeth Schlür, Heidenoldendorf (* 1764, † 1816)

  • 1818 Johann Bernd Christian Conrad Hunkenhof (* 1792, Sohn von Simon Jobst, † 1850) 1818 oo Wilhelmine Röhrmann, Haustenbeck Nr. 6 (* 1798, † 1836);

er II oo 1837 Wilhelmine Erpe aus Frommhausen Nr. 11 (* 1812, † 1877); sie II oo 1856 Conrad Heinrich Schwarze aus Haustenbeck († 1858)

  • 1859 Friedrich Conrad Hunkenhof (* 1833, Sohn von Conrad, † 1892) oo Sophie Justine Caroline Gärtner, Haustenbeck Nr. 53 (* 1829, † 1910)
  • 1898 Friedrich Heinrich Ferdinand Hunkenhof (* 1865, Sohn von Friedrich) oo Sophie Marie Henriette Wille (* 1875 in Haustenbeck Nr. 109)
  • 1901 Hunekenhof, Friedrich, Landwirth. Hunekenhof, Wilhelm, Ziegler.[16]
  • 1926 Hunkenhof, Friedr., Landwirt; Kehne, Bertha, Witwe.[17]
  • 1935 Fritz Wille[18]

Literatur

  • Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939
  • Heimat- und Verkehrsverein Oesterholz-Haustenbeck (Hg.): Haustenbeck 1659 - 1939 - 1989. Schlangen 1989
  • Hildegard Mehrmann (Hg.): Das ehemalige Haustenbeck in der Senne. Lage 1993
  • Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 200.
  2. ↑ Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, Siehe S. 23.
  3. ↑ L 89 A Nr. 98, Bl. 59.
  4. ↑ Der Beiname Schäfer wird in zahlreichen Kirchenbucheinträgen aufgeführt; siehe auch Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 74.
  5. ↑ L 108 A Nr. 136, Bl. 28.
  6. ↑ L 92 Z Nr. 1450, S. 98f.
  7. ↑ L 92 Z Nr. 1448, S. 112f.
  8. ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  9. ↑ L 92 Z Nr. 1451, S. 205.
  10. ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  11. ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  12. ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  13. ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).
  14. ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript); s. auch: Walter Göbel in Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994 , S. 54 ff.
  15. ↑ Walter Göbel, Hausinschriften in Haustenbeck
  16. ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 206 ff.
  17. ↑ Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 673 ff.
  18. ↑ Forschungen Walter Göbel (Manuskript).

Autor*innen

Margit Lenniger, Olaf Biere

Seitenhistorie

Seite erstellt am 08.07.2026 von Olaf Biere

Letzte Änderung am: 17.10.2026 von Margit Lenniger