Kolonat 66 (Haustenbeck)
OrtsteilHaustenbeck
Straße-
Hausnummer-
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeHaustenbeck
Hausnummer066

Die Stätte Walter wurde 1787 gegründet. Sie lag in der Randsiedlung.[1]

Geschichte

 
Das ehemalige Kolonat 66 in Haustenbeck, bereits mit militärischer Hausnummer 194, 1940, Sammlung Walter Göbel.

Johann Jobst Walter (1749-1816) war seit 1768 war er verheiratet mit Catharine Ilsebein Sprenger (1739-1815) aus Berlebeck. Jozhann Jobst Walter war zunächst Colon, später Leibzüchter auf der Stätte Nr. 35 in Haustenbeck gewesen. Am 26.3.1787 stellte er einen Bauantrag und gründete zusammen mit seiner Frau die Stätte Nr. 66 in Haustenbeck. Bereits zehn Jahre später (1797) übergab er die Stätte an Johann Henrich Christian Walter (1775-1849).[2]

Henrich Christian Walter heiratete am 26. November 1797 Anne Marie Elisabeth Berkenkamp aus aus dem Kirchspiel Oerlinghausen. Die Ehefrau war im preußischen Teil der Senne aufgewachsen und brachte vor der Eheschließung einen Freibrief des Amtes Sparrenberg bei.[3]

Bereits nach sechs Jahren Bewirtschaftung der Stätte wurde am 12. November 1803 wegen hoher Verschuldung ein Konkursverfahren eingeleitet. Ein erster Versteigerungstermin fand am 7. Dezember 1803 statt. Johann Hermann Eikermann von der Stätte Nr. 59 in Haustenbeck war mit 510 Reichstalern Meistbietender, verkauft wurde die Stätte zunächst jedoch noch nicht. Als aber auch beim zweiten Termin am 25. Januar 1804 kein höheres Gebot erzielt wurde, erhielt Johann Hermann Eikermann den Zuschlag. Die 510 Reichstaler musste er in Silbermünzen hinterlegen.[4]

Johann Hermann Eikermann hatte die Stätte nicht für sich selbst, sondern für seinen ältesten Sohn Johann Henrich erworben. Johann Henrich wurde mit Datum seiner Heirat am 10.8.1809 als Stättebesitzer eingetragen und führte nun den Stättenamen Walter.[5]

Am 17. Juli 1815 errichtete Johann Henrich ein neues Haus auf der Stätte (s. Inschrift). Die Stätte blieb bis 1940 im Familienbesitz.

Im Jahr 1828 lebte Frau Walter mit vier Söhnen, drei Töchtern (zwei Jungen und zwei Mädchen waren noch keine 14 Jahre alt) und einem Dienstboten auf der Stätte.[6]

Bei der Auflösung des Dorfes wurde das Haus Nr. 66 wie die anderen Häuser der Randsiedlung noch nicht sofort geräumt. Die Besitzer konnten ihre Häuser vorübergehend weiterhin bewohnen.[7]

Gebäude

Fachwerkbau mit Ziegelsteinfüllung und seitlichem Anbau

Inschriften

JOHANN HENRICH EIKERMANN UND WILHELMINE KALKREUTERS HABEN DIESES VORGEBAUTE HAUS BAUEN LASSEN DEN 17. JULI 1815 HERR LEHRE MICH TUN NACH DEINEM WOHLGEFALLEN DEIN GUTER GEIST FÜHRE MICH AUF EBNER BAHN

Abschrift: Heinz Wiemann, 1961.

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

  • 1787 Johann Jobst Walter (1749-1816) 1768 oo Catharine Ilsebein Sprenger (1739-1815)

Übergabe an:

  • Johann Henrich Christian Walter (1775-1849) 1797 oo Anne Marie Elisabeth Berkenkamp aus der Heeper Senne (1775-1829)
  • 1804 Verkauf wegen Konkurs an:

Johann Hermann Eikermann, Kolon Nr. 59 23.6.1799 II oo Anna Marie Elisabeth Ellermann[8]

  • 1809 Johann Henrich Walter, geb. Eikermann (* 1778, Sohn von Johann Henrich Eikermann Nr. 59, † 1828) 1809 oo Wilhelmine Justine Kalkreuter von Haustenbeck Nr. 73 (1781-1849)[9]
  • 1840 Hermann Adolph Walter (* 1814, Sohn von Johann Henrich 1840 Anna Marie Luise Voß, Schlangen)[10]
  • Friedrich Adolph Gottlieb (* 1841, Sohn von Hermann Adolph 1868 oo Wilhelmine Karoline Henriette Leimenkühler, Haustenbeck Nr. 29 (* 1841)[11]
  • 1901 Walter, Gottlieb, Landwirth.[12]
  • 1926 Walter, August, Landwirt.[13]
  • 1940 August Walter (* 1876)

Literatur

  • Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939
  • Heimat- und Verkehrsverein Oesterholz-Haustenbeck (Hg.): Haustenbeck 1659 - 1939 - 1989. Schlangen 1989
  • Hildegard Mehrmann (Hg.): Das ehemalige Haustenbeck in der Senne. Lage 1993
  • Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Sprenger, Haustenbeck - Ein Buch der Erinnerungen, Detmold 1939, S. 200 ff.
  2. Forschungen Walter Göbel.
  3. Forschungen Walter Göbel.
  4. Forschungen Walter Göbel.
  5. Forschungen Walter Göbel.
  6. L 92 Z Nr. 1451, S. 210.
  7. Walter Göbel in Uwe Piesczek (Hg.): Truppenübungsplatz Senne. Zeitzeuge einer hundertjährigen Militärgeschichte. Chronik. Bilder. Dokumente. Paderborn 1994 , S. 54 ff
  8. Kirchenbücher Oerlinghausen und Haustenbeck.
  9. Kirchenbücher Oerlinghausen und Haustenbeck.
  10. P 1 A Nr. 74.
  11. P 1 A Nr. 75.
  12. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 206 ff.
  13. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 673 ff.

Autor*innen

Margit Lenniger, Olaf Biere

Seitenhistorie

Seite erstellt am 08.07.2026 von Olaf Biere

Letzte Änderung am: 21.07.2026 von Margit Lenniger