Schling, Wohnplatz in Heiligenkirchen
| Schling, Wohnplatz in Heiligenkirchen | |
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| Ortsteil | Heiligenkirchen |
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Schling ist heute ein Wohnplatz in Heiligenkirchen, war aber bis 1935 geteilt in einen zu Heiligenkirchen und einen zu Berlebeck gehörenden Teil, den Berlebecker Schling.
Lage

Der Schling liegt westlich oberhalb der ehemaligen Bauerschaft Heiligenkirchen.
Verwaltungszugehörigkeit
Teil der Bauerschaft Heiligenkirchen in der Vogtei Falkenberg, später Amt Detmold-Land.
Siedlungscharakteristik
Ursprünglich eine wohl um 1200 von den Edelherren zur Lippe von der Falkenburg aus angelegte Hagensiedlung am Hahnberg, nachfolgend zu einer Streusiedlung ausgedehnt. Im 19. Jh. beginnende Verdichtung durch Neuwohnerstätten, im 20. Jh. durch den Bau ganzer Straßenzüge von Ein- und Zweifamilienhäusern erheblich verändert.
Ortsname
Schling ist die Bezeichnung für eine als Hecke gepflanzte Landwehr, bildlich dargestellt auf einem Aquarell von 1600 zur Grenzziehung zwischen Ravensberg und Lippe bei Herford von Meister Simson dargestellt, aufbewahrt im Landesarchiv Detmold. "Die Knicke waren Hecken, die dadurch hergestellt wurden, daß man die betreffenden Strecken mit Bäumen bepflanzte, diese in der wünschenswerten Höhe kappte, die Seitenzweige und jungen Triebe herumbog (knickte), untereinander verflocht, in die Erde einsenkte und neu ausschlagen ließ und schließlich die noch bleibenden Zwischenräume mit Dornen, Brombeer- und anderen Sträuchern bepflanzte, sodaß schließlich eine undurchdringliche lebende Mauer von oft recht ansehnlicher Breite entstand."[1] In einem Verzeichnis von 1502 werden die Knicke, Gräben und Schlinge in den einzelnen lippischen Ämtern aufgeführt. "Neben den Schlingen werden auch Schläge genannt, teils synonym, obwohl unter einem Schlag ein senkrecht, unter einem Schling ein waagerecht zu bewegender Schlagbaum verstanden wird."[2] Der Berlebecker und Heiligenkirchener Schling ist darin erwähnt als "eyn slag by der Spreckenborch". Als Schlinghüter wird Albert vor dem Schlinge (Berlebeck Nr. 20) bezeichnet, der ganz in der Nähe wohnte, in den Steuerlisten jedoch erst Ende des 16. Jahrhunderts vorkommt.[3]
Hausstätten
1828 liegen fünf zu Heiligenkirchen zählende Hausstätten im Schling, 1901 zwölf mit 88 Einwohner* Kolonatinnen.[4] 1935 wurden 37 Kolonate im Schling von Berlebeck nach Heiligenkirchen umgemeindet und erhielten neue Kolonat-Nummern (187–224).
- Kolonat 19 Denkmalstraße 86.
- Kolonat 20 Denkmalstraße 103.
- Kolonat 21 Ellernbruchweg 2b.
- Kolonat 22 Ellernbruchweg 3.
- Kolonat 23 Ostertalstraße 1.
- Kolonat 28 Denkmalstraße 81.
- Kolonat 30 Ostertalstraße 13.
- Kolonat 42 Ostertalstraße 3.
- Kolonat 45 Denkmalstraße 116.
- Kolonat 56 Denkmalstraße 139.
- Kolonat 58 Denkmalstraße 135.
- Kolonat 73 Denkmalstraße 133.
Literatur
Herbert Stöwer, Schling bei der Spreckenburg. Die Bedeutung der Ortsnamen und ihre früheste Erwähnung, in: Schlinger Mitteilungen aus alter und neuer Zeit, 1999, S. 7–15.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Otto Weerth, Die Landwehren des Lippischen Waldes, in: Jahresbericht des historischen Vereins für die Grafschaft Ravensberg, 13 (1899), S. 1–26.
- ↑ Herbert Stöwer, Schling bei der Spreckenburg. Die Bedeutung der Ortsnamen und ihre früheste Erwähnung, in: Schlinger Mitteilungen aus alter und neuer Zeit, 1999, S. 7–15.
- ↑ Herbert Stöwer, Schling bei der Spreckenburg. Die Bedeutung der Ortsnamen und ihre früheste Erwähnung, in: Schlinger Mitteilungen aus alter und neuer Zeit, 1999, S. 7–15.
- ↑ Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 211–213.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 11.09.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 11.09.2026 von Joachim Kleinmanns