Neue Torstraße 14 (Blomberg)

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Neue Torstraße 14 (Blomberg)
OrtsteilBlomberg (Kernstadt)
StraßeNeue Torstraße (Blomberg)
Hausnummer14
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeBlomberg
StraßeNeue Torstraße
Hausnummer14
Ergänzte Hausnummer042

Alte Hausnummer 42. Große bürgerliche Hausstätte, das ca. 17 m breite Grundstück reicht bis zur rückwärtigen Schulstraße und hatte ursprünglich eine rechtsseitige Durchfahrt zum Hof. Das bestehendes Haus ist ein großes Bürgerhaus von 1560 (d, i), Umbau 1587 (d, i).

Neue Torstraße 14, Ansicht. Foto: Stiewe 2008
Neue Torstraße 14, Inschriften von 1560 und 1587. Emil Zeiß, Skizzenbuch von 1875, Lippisches Landesmuseum Detmold
Neue Torstraße 14, Fassade. Links: Zustand 1560, Rekonstruktion; rechts: Zustand 1951 (nach Bauakte). Nach Stiewe 1996, 313
Neue Torstraße 14, Querschnitt und Rückgiebel, Zustand 1560, Rekonstruktion. Nach Stiewe 1996, 313
Neue Torstraße 14, linke Traufwand, Zustand zur Bauzeit 1560, Rekonstruktion. Nach Stiewe 1996, 314
Neue Torstraße 14, Längsschnitt linke Dielenseite, Zustand zur Bauzeit 1560, Rekonstruktion. Nach Stiewe 1996, 68
Neue Torstraße 14, Grundrisse Erd- und Obergeschoss, Zustand 1951 (nach Bauaktke). Nach Stiewe 1996, 31
Neue Torstraße 14, Grundrisse Erd- und Obergeschoss, Zustand zur Bauzeit 1560, Rekonstruktion. Nach Stiewe 1996, 314
Neue Torstraße 14, Türsturz mit Rundbogen, 1560. Nach Stiewe 1996, 151

Geschichte

Die großbürgerliche Hausstätte dürfte bis in die Gründungszeit der Stadt im 13. Jahrhundert zurückreichen.

Gebäude

Giebelständiger Fachwerkbau, großes dreischiffiges Dielenhaus mit Spitzständerdach von 1560 (d, i), Umbauten 1587 (d, i) sowie im 19. und 20. Jahrhundert. Auf Stichbalken vorkragender Fachwerkgiebel mit Backstein-Zierausmauerung, Konstruktion des Spitzständerdaches im Giebelfachwerk sichtbar. Giebelständer ehemals mit seitlichen dreieckigen Fußbändern und geschnitzten Fächerrosetten. Spuren eines Giebelpfahls oben im mittleren Spitzständer.

Vierständerbau von neun Fachen (10 Gebinden) mit aufgelegten Deckenbalken. Wandständer in Längs- und Querrichtung mit großen, tief gekehlten Kopfbändern verstrebt. Mächtiges Spitzständerdach mit zwei Kehlbalkenlagen (zwei Lagerböden), Stuhlrähme mit gefasten Ständern unterstützt, Lagerblöcke eines früheren Aufzugrades über der Bodenluke im 3. Fach.

Dreischiffiges Dielenhaus mit hausbreitem Hinterhaus von zwei Fachen mit Saal und Nebenkammer über nur gering eingetieftem Tonnengewölbekeller aus Bruchstein. Breite Mitteldiele von sechs Fachen mit schmalem Seitenschiff links (ursprüngliche Stallnutzung?) und breiterem Seitenschiff mit straßenseitiger Stube und anschließender Kammer. Rundbogensturz einer Stuben- oder Kammertür im Haus erhalten. Am Ende der Diele großzügiger Herdraum (Flett) mit beidseitigen dielenhohen Luchten unter verstärkten Rähmen mit Kopfbändern. Ursprüngliche Herdstelle nicht erhalten, möglicherweise offener Kamin.

Anbau einer zweistöckigen Utlucht mit Biberschwanzdeckung um 1840. Zweigeschossiger Durchbau der Diele im 19. Jahrhundert, Fassade im Erd- und Zwischengeschoss im späten 19. Jahrhundert massiv erneuert, Torbogen beseitigt.

Inschriften

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

1926 (AB, S. 567): Neue Torstraße 14, Sander, Fritz, Friseur. Heithecker, Wilhelmine, Wwe.

Literatur

Heinz Walter Rolf, Blomberg. Geschichte - Bürger - Bauwerke, Blomberg 1981, S. 118.

Heinz-Walter Rolf, Die Bürger der Stadt Blomberg. Namen - Daten - Berufe - Häuser. 1525–1910, Blomberg 1996.

Heinrich Stiewe, Hausbau und Sozialstruktur in einer niederdeutschen Kleinstadt. Blomberg zwischen 1450 und 1870 (Schriften des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold – Landesmuseum für Volkskunde; 13), Detmold 1996.

Heinrich Stiewe, Blomberger Inschriften, in: Hiram Kümper (Hg.), Mischellanea Blombergense. Blomberg 2015.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise


Autor*innen

Heinrich Stiewe

Seitenhistorie

Seite erstellt am 06.08.2026 von Heinrich Stiewe

Letzte Änderung am: 06.08.2026 von Heinrich Stiewe