Blomberger Straße Jüdischer Friedhof (Brake)
| Blomberger Straße Jüdischer Friedhof (Brake) | |
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| Ortsteil | Brake |
| Karte | |
| Straße | Blomberger Straße (Brake) |
Der jüdische Friedhof der Braker Judenschaft lag auf einer Gemeinheitsfläche an der Blomberger Straße. Die genaue Lage ist unbekannt, die Markierung auf nebenstehender Karte hypothetisch!
Geschichte
Ein eigener jüdischer Friedhof hatte in Brake noch 1843 bestanden. Am 18. Mai 1843 baten die "Israeliten Aron Lenzberg zu Brake, Braun, Katz und Süßmann daselbst" die fürstliche Regierung, der Entweihung des dortigen Totenangers Einhalt zu gebieten.[1] Sie schrieben, die jüdische Gemeinde habe diesen Friedhof vor mehr als 100 Jahren aus einem Teil der Gemeinheit (Almende) von der Regierung erhalten. 1842 sei er in ein regelmäßiges Viereck verwandelt und versteint (mit Grenzsteinen versehen) worden. Dann sei der obere, unbelegte Teil unerlaubt umgegraben und der untere mit Grabsteinen versehene Grasplatz "an einen christlichen Eingesessenen von der Dorfschaft" vermietet worden. Das Amt Brake solle angewiesen werden, den Ackerbau auf ihrem Friedhof zu untersagen. Das Amt entgegnete, dass hier stets Schweinehude betrieben worden sei, ohne dass Beschwerden erhoben worden seien, selbst nicht wenn die Schweine die Gräber aufgewühlt hätten. Bei der Gemeinheitsteilung habe der Vorsänger Ellermann das Stück Land für den Totenhof zur Pacht erhalten, jedoch mit der akzeptierten und protokollierten Auflage, dass das Eigentum bei der Dorfschaft verbleibe und diese beliebig damit umgehen könne. Daher seien auf dem unbelegten Teil Kartoffeln angebaut worden. Seit 1874 fanden in Brake keine Beerdigungen mehr statt, da nun in der Synagogengemeinde Lemgo-Brake der neu angelegte jüdische Friedhof in Lemgo genutzt wurde. Das Friedhofsgelände wurde Anfang des 20. Jh. als Ackerland verkauft, da in Brake keine Juden mehr lebten und niemand Besitzansprüche angemeldet hatte.
Moritz Rülf machte 1937 den alten jüdischen Friedhof in Brake noch ausfindig, der damals als Gartenland diente. Er konnte dort 3 Grabsteine aus der Zeit zwischen 1750 und 1780 freilegen und vermutete etwa 9 weitere erhaltene Grabsteine. Die genaue Lage ist nicht mehr auszumachen, Grabsteine sind nicht erhalten. Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 328.
Beschreibung
Keine Angaben vorhanden.
Eigentümer*innen
Literatur
Ursula Olschewski, Ortsartikel Lemgo-Brake, in Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 500-504, hier S. 504.
Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 328.
Quellen
LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 5411: Entweihung des jüdischen Friedhofs zu Brake, 1843 Digitalisat
Weblinks
Einzelnachweise
Autor*innen
- ↑ LAV NRW OWL, L 77 A / Lippische Regierung (Ältere Registratur) - Allgemeine und innere Verwaltung, Nr. 5411: Entweihung des jüdischen Friedhofs zu Brake, 1843.
Seitenhistorie
Seite erstellt am 01.07.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 01.07.2026 von Joachim Kleinmanns