Mühlenbrede Jüdischer Friedhof (Hohenhausen)
| Mühlenbrede Jüdischer Friedhof (Hohenhausen) | |
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| Ortsteil | Hohenhausen |
| Karte | |
| Straße | Mühlenbrede (Hohenhausen) |
An der Mühlenbrede (Hohenhausen), zwischen den Hausstätten Lemgoer Straße 57 (Hohenhausen) und Lemgoer Straße 59 (Hohenhausen). Flur 6, Flurstück 331.
Geschichte
Das Friedhofsgrundstück reichte ursprünglich bis zur Lemgoer Straße, doch wurde der obere Teil (Flurstück 330) abgetrennt und bebaut. Der ältere jüdische Friedhof von Hohenhausen lag Auf dem Bruche (Hohenhausen)/Am Kreuzweg (Flur 10, Flurstück 84). Er war 458 qm groß. Sein Alter ist unbekannt (ältester Grabstein 1686). Als vermutlich Letzter wurde dort 1860 Mendel Steinberg beigesetzt. Die Grabsteine sollen um 1930 auf den neuen jüdischen Friedhof in Hohenhausen versetzt worden sein. Ein Grundstückstausch des alten Friedhofs, ein Wiesengrundstück, im Zug der Flurbereinigung 1970 konnte verhindert werden. Das Grundstück ist dicht von Bäumen umgeben.
1857 erwarb die jüdische Gemeinde ein zwischen Mühlenbrede und Lemgoer Chaussee reichendes Gartengrundstück des Hofes Nr. 6, um hier einen neuen Friedhof anzulegen. Er wurde vier Jahre später, 1861, in Anwesenheit des Landrabbiners eingeweiht. Die letzte Beisetzung fand 1917 statt.[1] 1936/37 beklagte Moritz Rülf den Zustand des Friedhofs. Nur ein Teil der Grabsteine stand noch aufrecht. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs kam es zu Schändungen und Grabsteine wurden zertrümmert und entfernt. Von den 16 nachweisbaren Grabstätten ist hier nur noch der Grabstein der 1874 beigesetzten Betty Arensberg erhalten, der bei Ausschachtungsarbeiten gefunden wurde. Er steht seit etwa 1955 wieder auf dem Friedhof. Acht weitere Grabsteine wurden 1948 bei der Wiederherstellung des während der Reichspogromnacht 1938 vollständig zerstörten jüdischen Friedhofs in Lemgo dort aufgestellt.[2]
Belegt war nur der südliche Teil des Friedhofs (Flurstück 331). Der unbelegte nördliche Teil (Flurstück 330) wurde nach dem zweiten Weltkrieg mit Genehmigung des ‚Landesverbandes der jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe‘ abgetrennt und bebaut. 2007 wurde die Friedhofsanlage in die Denkmalliste der Gemeinde Kalletal eingetragen.
Beschreibung

Vorhanden ist nur noch 1 Grabstein von Betty Arensberg (1874 beigesetzt).
Inschriften
Eigentümer*innen
Literatur
Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 319, 372.
Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 463-468.
Joachim Kleinmanns, Zeichen vielfältiger Kultur. Jüdische Friedhöfe in Lippe, in: Heimatland Lippe, 112. Jg. (2019), S. 276-277.
Quellen
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Joachim Kleinmanns, Zeichen vielfältiger Kultur. Jüdische Friedhöfe in Lippe, in: Heimatland Lippe, 112. Jg. (2019), S. 276-277.
- ↑ Walter Otto, Ortsartikel Kalletal-Hohenhausen, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 463-468, hier S. 467.
Autor*innen
Seitenhistorie
Seite erstellt am 28.06.2026 von Joachim Kleinmanns
Letzte Änderung am: 28.06.2026 von Joachim Kleinmanns