Pyrmonter Straße Jüdischer Friedhof (Belle)

Aus lippe-haeuser-wiki.de
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pyrmonter Straße Jüdischer Friedhof (Belle)
OrtsteilBelle
Karte
StraßePyrmonter Straße (Belle)

1793 angelegter Friedhof, unmittelbar an der Straße, Flur 6 Nr. 118, bei Pyrmonter Straße 148.

Geschichte

Der Friedhof wurde 1793 angelegt. Er befand sich im Privatbesitz der jüdischen Familie Klarenmeyer (Belle Nr. 83). Um die Pflege der Gräber bemühten sich nach 1945 die Nachkommen der Familie Klarenmeyer, die später einen entsprechenden Vertrag mit der Stadt schlossen.[1]

Am 25.4.1995 als Baudenkmal eingetragen in die Denkmalliste der Stadt Horn-Bad Meinberg, Nr. 03.6.

Beschreibung

Jüdischer Friedhof an der Pyrmonter Straße, Foto: Tsungam, 2012
Westlicher Teil des Friedhofs, Foto: Joachim Kleinmanns, 2021

129 qm große langgestreckte Fläche parallel zur Straße, eingefriedet mit einer Hecke. Es gibt 14 Grabsteine, meist schlichte Stelen mit Rundbogenabschluss. Der älteste stammt von 1808, der jüngste von 1927. Herausragend die Grabsteine für Samuel Klarenmeyer (20.12.1803-4.10.1886) und Rebecka Klarenmeyer (10.6.1815-5.6.1904). Schlichte Grabplatten ersetzen vermutlich zerstörte weitere Grabsteine (s. u.).

Inschriften

Die kleineren Grabsteine tragen hebräische Inschriften, die beiden für Klara und Samuel Klarenmeyer hebräische und deutsche.

Neuere Inschrifttafeln für:

Rosa Klarenmeyer 31.1.1897-29.3.1897

Siegfried Klarenmeyer 29.9.1887-4.9.1918

Johanna Klarenmeyer 17.3.1839-24.4.1924

Julius Klarenmeyer 10.10.1851-11.3.1927

Eine weitere Tafel lautet:

ZUM GEDENKEN AN
UNSERE LIEBEN DIE IM
KONZENTRATIONS-LAGER
UMS LEBEN GEKOMMEN SIND
SARA UND EMIL
KLARENMEYER
ELSE ALBERT UND JULIUS
SONDERMANN

Genealogische Daten zu diesen Ermordeten:[2] Sara Klarenmeyer, * 16.7.1844, Eheschließung 1878 mit Abraham Hochheimer.
Emil Klarenmeyer, * 4.8.1886, 31.7.1942 deportiert nach Theresienstadt (Ghetto), 29.1.1943 deportiert nach Auschwitz (KZ), für tot erklärt.
Else Klarenmeyer, * 8.1.1895, Eheschließung mit Julius Sondermann, 31.7.1942 deportiert nach Theresienstadt (Ghetto), 29.1.1943 deportiert nach Auschwitz (KZ), für tot erklärt.
Albert Sondermann, * 4.11.1890 in Horn, vom 12.11.1938 bis 12.12.1938 inhaftiert in Buchenwald (KZ), 31.7.1942 deportiert nach Theresienstadt (Ghetto), 29.1.1943 deportiert nach Auschwitz (KZ), für tot erklärt.
Julius Sondermann, * 10.4.1927, 31.7.1942 deportiert nach Theresienstadt (Ghetto), 29.1.1943 deportiert nach Auschwitz, für tot erklärt.

Eigentümer*innen

Literatur

Elfi Pracht, Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold (Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen; 1.1), Köln 1998, S. 317.

Uwe Standera, Ortsartikel Horn-Bad Meinberg-Belle, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 452-455.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

Autor*innen

  1. Uwe Standera, Ortsartikel Horn-Bad Meinberg-Belle, in: Karl Hengst, Ursula Olschewski (Hg.), Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe. Die Ortschaften und Territorien im heutigen Regierungsbezirk Detmold, Münster 2013, S. 455.
  2. https://ofb.genealogy.net/namelist.php?ofb=juden_nw&nachname=KLARENMEIER&sort_by=vorname&lang=de


Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 30.06.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 30.06.2026 von Joachim Kleinmanns