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==Verwaltungszugehörigkeit==
==Verwaltungszugehörigkeit==
[[Datei:Blomberg Ortsteile Wellentrup.svg|mini|Wellentrup und Nachbardörfer in der Großgemeinde Blomberg]]
[[Datei:Blomberg Ortsteile Wellentrup.svg|mini|Wellentrup und Nachbardörfer in der Großgemeinde Blomberg]]
Wellentrup ist seit dem 1.1.1970 ein Ortsteil der Großgemeinde Stadt [[Blomberg]] im Kreis Detmold, seit 1973 im Kreis Lippe. Seit dem 14. Jahrhundert gehörte die Bauerschaft (Landgemeinde) Wellentrup zum lippischen Amt Blomberg, das 1613 nach dem Testament von Graf Simon VI. zur Lippe (1554-1613) an die erbherrliche Linie zur Lippe-Brake fiel. Nach dem Aussterben der Grafen zur Lippe-Brake (1709) gehörte das Amt Blomberg vorübergehend wieder der regierenden Detmolder Linie, bevor es 1737 nach längeren Erbstreitigkeiten an die Grafen zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg abgetreten werden musste. Damit waren die Dörfer im Amt Blomberg bis 1789 bückeburgisch. In diesem Jahr wurden die Ämter Blomberg und Schieder neu aufgeteilt; Wellentrup kam zum Amt Schieder und damit wieder zu Lippe-Detmold, während der nördliche Teil des Amtes Blomberg mit den Nachbardörfern Mossenberg und Istrup noch bis 1839 bückeburgisch blieb. Von 1879 bis 1932 gehörte die Gemeinde Wellentrup zum Verwaltungsamt Blomberg; 1926 wurde das [[Rittergut Gröpperhof]] eingemeindet.
Wellentrup ist seit dem 1.1.1970 ein Ortsteil der Großgemeinde Stadt [[Blomberg]] im Kreis Detmold, seit 1973 im Kreis Lippe. Seit dem 14. Jahrhundert gehörte die Bauerschaft (Landgemeinde) Wellentrup zum lippischen Amt Blomberg, das 1613 nach dem Testament von Graf Simon VI. zur Lippe (1554-1613) an die erbherrliche Linie zur Lippe-Brake fiel. Nach dem Aussterben der Grafen zur Lippe-Brake (1709) gehörte das Amt Blomberg vorübergehend wieder der regierenden Detmolder Linie, bevor es 1737 nach längeren Erbstreitigkeiten an die Grafen zu Schaumburg-Lippe in Bückeburg abgetreten werden musste. Damit waren die Dörfer im Amt Blomberg bis 1789 bückeburgisch. In diesem Jahr wurden die Ämter Blomberg und Schieder neu aufgeteilt; Wellentrup kam zum Amt Schieder und damit wieder zu Lippe-Detmold, während der nördliche Teil des Amtes Blomberg mit den Nachbardörfern Mossenberg und Istrup noch bis 1839 bückeburgisch blieb. Von 1879 bis 1932 gehörte die Gemeinde Wellentrup zum Verwaltungsamt Blomberg; 1920 wurde das [[Rittergut Gröpperhof]] eingemeindet.
[[Datei:Wellentrup, Ansichtskarte 1910.jpg|mini|Wellentrup, Ansichtskarte (Chromolithographie), 1910. Oben: Ansicht des Dorfes von Nordwesten, unten: Gastwirtschaft Becker und Molkerei. Sammlung Karl-Heinz Leßmann, Hiddesen]]
[[Datei:Wellentrup, Ansichtskarte 1910.jpg|mini|Wellentrup, Ansichtskarte (Chromolithographie), 1910. Oben: Ansicht des Dorfes von Nordwesten, unten: Gastwirtschaft Becker und Molkerei. Sammlung Karl-Heinz Leßmann, Hiddesen]]
[[Datei:Wellentrup, Ansichtskarte um 1925.jpg|mini|Wellentrup, kolorierte Ansichtskarte, um 1925. Oben: Ansicht des Dorfes von Südosten, unten: Gastwirtschaft Redecker und Molkerei.]]
[[Datei:Wellentrup, Ansichtskarte um 1925.jpg|mini|Wellentrup, kolorierte Ansichtskarte, um 1925. Oben: Ansicht des Dorfes von Südosten, unten: Gastwirtschaft Redecker und Molkerei.]]


==Geschichte==
==Geschichte==
Wellentrup gehört zu den sog. '''-trup-Orten''', von denen es besonders zahlreiche im Blomberger Becken gibt und die von der älteren Siedlungsforschung in die "altsächsische" Rodungs- und Besiedlungsperiode (6.-8. Jh. n. Chr.) datiert wurden. Die aktuelle Forschung datiert die Ortsnamen auf -trup zusammen mit denen auf -hausen in das 8. bis 10. Jahrhundert. Ein höheres Alter der zugehörigen Siedlungen ist aber anzunehmen, besonders auf den fruchtbaren Lössböden des Blomberger Beckens ist mit einer Besiedlung seit dem 7. und frühen 8. Jahrhundert zu rechnen.<ref> Heinrich Stiewe, Zur Siedlungsgeschichte des Blomberger Beckens, in: {{StieweWellentrup2002}}, S. 34-42, hier S. 36; Herbert Stöwer, Lippische Ortsgeschichte, Detmold 2008; zusammenfassend Roland Linde, Siedlung, Bevölkerung und Wirtschaft. Lippe im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, in: {{BarmeyerLippischeGeschichte2019}}, S. 41-69, hier S. 44.</ref>
Wellentrup gehört zu den sog. '''-trup-Orten''', von denen es besonders zahlreiche im Blomberger Becken gibt und die von der älteren Siedlungsforschung in die "altsächsische" Rodungs- und Besiedlungsperiode (6.-8. Jh. n. Chr.) datiert wurden. Die aktuelle Forschung datiert die Ortsnamen auf -trup zusammen mit denen auf -hausen in das 8. bis 10. Jahrhundert. Ein höheres Alter der zugehörigen Siedlungen ist aber anzunehmen, besonders auf den fruchtbaren Lössböden des Blomberger Beckens ist mit einer Besiedlung seit dem 7. und frühen 8. Jahrhundert zu rechnen.<ref> Heinrich Stiewe, Zur Siedlungsgeschichte des Blomberger Beckens, in: {{StieweWellentrup2002}}, S. 34-42, hier S. 36; Herbert Stöwer, Lippische Ortsgeschichte, Lemgo 2008; zusammenfassend Roland Linde, Siedlung, Bevölkerung und Wirtschaft. Lippe im Mittelalter und in der frühen Neuzeit, in: {{BarmeyerLippischeGeschichte2019}}, S. 41-69, hier S. 44.</ref>


Wellentrup wird erstmals ca. 1139 als ''Willerinctorpe'' und 1153 als ''Walderinctorp'' urkundlich erwähnt. Eine Erwähnung von 1144 (''Walderingdorp'') hat sich als Fälschung des Klosters Gehrden (12. Jh.) herausgestellt.
Wellentrup wird erstmals ca. 1139 als ''Willerinctorpe'' und 1153 als ''Walderinctorp'' urkundlich erwähnt. Eine Erwähnung von 1144 (''Walderingdorp'') hat sich als Fälschung des Klosters Gehrden (12. Jh.) herausgestellt.