Brokhauser Straße 77 (Brokhausen): Unterschied zwischen den Versionen

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1577 erbaut, 1962 Abbau, ehemals Brokhausen Nr. 9. Das Haus stand südlich des Neubaus Brokhauser Straße 77.
1577 erbaut, 1962 Abbau, ehemals Brokhausen Nr. 9. Das Haus stand am Broker Bach südlich des Neubaus Brokhauser Straße 77.  


==Geschichte==
==Geschichte==
Im Salbuch der Vogtei Detmold wird das Kolonat um 1617 unter Nr. 193 aufgeführt: "Mesch Jobst (Egeling Dep) M. G. H. eigen; I. G. Burgvestgelt 9 Rtl.; Landschatz 10 Gr.; 1 Hun. Dienet M. G. H. den Hoppenploichers gleich als nomblich Brief zu tragen, Flachs arbeiten, in dem Houv und Ernten helfen."<ref>{{StöwerSalbücher1969}}, S. 21 f.</ref> 1782 heißt es im Salbuch Nr. 9 Mesch, ein Hoppenplöcker, ist gnädigster Landesherrschaft leibeigen, entrichtet derselben Weinkauf und Sterbfall, besitzt an Gebäuden: Wohnhaus, Leibzucht, Backhaus.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1660.</ref>
Im Salbuch der Vogtei Detmold wird das Kolonat um 1617 unter Nr. 193 aufgeführt: "Mesch Jobst (Egeling Dep) M. G. H. eigen; I. G. Burgvestgelt 9 Rtl.; Landschatz 10 Gr.; 1 Hun. Dienet M. G. H. den Hoppenploichers gleich als nomblich Brief zu tragen, Flachs arbeiten, in dem Houv und Ernten helfen."<ref>{{StöwerSalbücher1969}}, S. 21 f.</ref> 1782 heißt es im Salbuch Nr. 9 Mesch, ein Hoppenplöcker, ist gnädigster Landesherrschaft leibeigen, entrichtet derselben Weinkauf und Sterbfall, besitzt an Gebäuden: Wohnhaus, Leibzucht, Backhaus.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 1660.</ref>


Die Leibzucht wurde 1954 abgebrochen, der Schoppen 1958.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 30: Gebäudesteuerrolle des Bauerschaftsbezirks Brokhausen, 1890.</ref> Teilrekonstruktion der Herdstelle mit Waschlucht und Kammer im Lippischen Landesmuseum. 1962 Abbau des Wohnhauses von 1577 für einen Wiederaufbau im Westfälische Freilichtmuseum Bäuerlicher Kulturdenkmale in Detmold (heute: LWL-Museum Hellerlecht Detmold). Nach Konzeptänderung Abgabe des Hauses 2002 zum privaten Wiederaufbau, der in [[Humfeld|Dörentrup-Humfeld]] erfolgte.
Die Leibzucht wurde 1954 abgebrochen, der Schoppen 1958.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 30: Gebäudesteuerrolle des Bauerschaftsbezirks Brokhausen, 1890.</ref> Teilrekonstruktion der Herdstelle mit Waschlucht und Kammer im Lippischen Landesmuseum. 1962 Abbau des Wohnhauses von 1577 für einen Wiederaufbau im Westfälischen Freilichtmuseum Bäuerlicher Kulturdenkmale in Detmold (heute: LWL-Museum Hellerlecht Detmold). Nach Konzeptänderung Abgabe des Hauses 2002 zum privaten Wiederaufbau, der in [[Humfeld|Dörentrup-Humfeld]] erfolgte.


==Gebäude==
==Gebäude==
[[Datei:BRO-09_Mesch_HeinrSchäfer1957_BA_DT-59-26.png|thumb|Haus Mesch, Brokhausen Nr. 9, Foto: Heinrich Schäfer, 1957 (LLB, BA DT-59-26)]]
[[Datei:BRO-09_Mesch_HeinrSchäfer1957_BA_DT-59-26.png|thumb|Haus Mesch, Brokhausen Nr. 9, Foto: Heinrich Schäfer, 1957 (LLB, BA DT-59-26)]]
[[Datei:BRO-09_MeierBöke1955_BA_DT-59-22.png|thumb|Haus Mesch, Brokhausen Nr. 9, Torbogen, Foto: August Meier-Böke, 1955 (LLB, BA DT-59-22)]]
[[Datei:BRO-09_MeierBöke1955_BA_DT-59-22.png|thumb|Haus Mesch, Brokhausen Nr. 9, Torbogen, Foto: August Meier-Böke, 1955 (LLB, BA DT-59-22)]]
Zweiständer-Fachwerkbau, 4 Fache lang mit eingezogenem zweigeschossigem Kammerfach. Linkes Seitenschiff Zimmermanns-Werkstatt, rechtes Seitenschiff Stall (Pferd und Kuh), Futterkammer, Schlafkammer, Waschlucht mit Ausgussstein. Offenes Herdfeuer am Ende der hohen Deele, im später angebauten Kammerfach Stube und Deele. Längswände mit bogenförmig gereihten Kopfbändern. Vor das linke Seitenschiff war ein Stallanbau gesetzt, davor stand die Leibzucht.<ref>{{HansenHauswesen1982}}, S. 68 (Beschreibung von Heinrich Stiewe).</ref>
Zweiständer-Fachwerkbau von 1577 (i), 4 Fache lang mit eingezogenem zweigeschossigem Kammerfach des 18. Jahrhunderts. Verbretterter Giebel, auf Hakenbalken mit gekehlten Taubandknaggen vorkragend. Die tragenden Hauptständer im Giebel sind durch beidseitige Kopfbänder hervorgehoben, auch die Ständer der niedrigen Längswände der Stallabseiten (Kübbungen) sind mit bogenförmig gereihten Kopfbändern versehen. Das linkes Seitenschiff enthielt möglicherweise eine Zimmermannswerkstatt, im rechten Seitenschiff befanden sich ein Kuhstall, Futterkammer, Schlafkammer und eine Waschlucht mit Ausgussstein. Offenes Herdfeuer am Ende der hohen Diele (Rekonstruktion im Lippischen Landesmuseum), im später angebauten Kammerfach des 18. Jahrhunderts Stube und Schlafkammer. Ein Gefügemodell des Hauses befindet sich im Lippischen Landesmuseum Detmold.


1887 gab es laut Gebäudesteuerrolle drei Gebäude: Wohnhaus, Leibzucht und Schoppen.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 29: Gebäudesteuerrolle des Bauerschaftsbezirks Brokhausen, 1887.</ref>
Vor dem linken Seitenschiff war jüngerer ein Stallvorbau des 19. Jahrhunderts vorgesetzt, davor stand die Leibzucht.<ref>{{HansenHauswesen1982}}, S. 68 (Beschreibung von Heinrich Stiewe).</ref>
 
1887 gab es auf der Stätte Brokhausen Nr. 9 laut Gebäudesteuerrolle drei Gebäude: Wohnhaus, Leibzucht und Schoppen.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C IV Nr. 29: Gebäudesteuerrolle des Bauerschaftsbezirks Brokhausen, 1887.</ref>


==Inschriften==
==Inschriften==
"ANNO DOMI 1577 MES HANS"
Torbogen:
 
ANNO DOMI 1577 MES HANS
 
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
==Eigentümer*innen, Bewohner*innen==
1577 Hans Mesch [i].
1577 Hans Mesch [i].