Ameide (Detmold)
OrtsteilDetmold (Kernstadt)
Karte

Weg an der Westseite des Burggrabens, verbindet das Rosental mit der Bruchstraße am Bruchberg. Seit 1953 Standort des Lippischen Landesmuseums Detmold (Ameide 4).

Name

Seit dem 17. Jh. in den Varianten Hameide, Amei oder Homeie (1632) /Hohemeie (1652) als Bezeichnung für den Gang neben dem Burggraben. Ihr liegt das Wort Ha(ge)meide/Homei(d)e zu Grunde, das eine hölzerne Befestigung, ein Bollwerk aus Stangen und Bohlen bezeichnet (franz.: Palissade).

Dass Ameide möglicherweise auf die 1686 in lippischen Besitz gekommene gleichnamige holländische Herrschaft zurückginge, ist wegen der älteren Belege (s. o.) unwahrscheinlich.[1]

Geschichte

1816 wurde ein neues Geländer an der Ameide errichtet.[2]

An der Ameide, außerhalb der Detmolder Stadtbefestigung, befand sich seit dem Mittelalter die Mittelmühle, der bestehende Bau wurde 1826 durch Landbaumeister Theodor v. Natorp errichtet.

Nördlich der Mittelmühle lag an der Ameide der fürstliche Waschhof, der von einer Mauer umgeben war. Hier wurde mit dem Wasser des Mühlengrabens die Wäsche aus dem Schloss gewaschen, getrocknet und ggf. gebleicht.

1953 bezog das Lippische Landesmuseum das frühere Gesellschaftshaus "Haus Ameide" Ameide 4.[3] [4] Ab 1953 wurde das Lippische Landesmuseum um mehrere translozierte historische Fachwerkbauten zu einer "Traditionsinsel" auf dem Gelände des früheren fürstlichen Waschhofes und am Detmolder Burggraben erweitert: Kornhaus der Domäne Schieder, 1587 (d), Abbau 1955, Aufbau 1955-58; Zehntscheune des Klosters Falkenhagen aus Sabbenhausen, 1555 (i), Abbau 1953, Aufbau 1960-62; Speicher vom Lakehof bei Belle (Ameide 8), 1780/81 (i), Abbau 1976, Aufbau 1977; Backhaus aus Wülfer-Bexten, 1742, Aufbau 1972. 1973 wurde die frühere Mittelmühle in den Museumskomplex einbezogen und für die Abteilung Naturkunde ("Naturkundehaus") umgebaut. Zwischen dem Haus Ameide und der Zehntscheune aus Sabbenhausen wurde 1962 ein moderner, eingeschossiger Verbindungsbau mit Eingangsbereich, Vortragssaal und Ausstellungsräumen errichtet; dieser Bau wurde 1999 nach einem Architekturwettbewerb durch einen größeren Neubau mit Eingangsbereich und ober- und unterirdischen Ausstellungsräumen an einem "Museumsgraben" ersetzt (Schuster & Schuster Architekten, Düsseldorf).

Hausstätten

Literatur

Quellen

LAV NRW OWL, D 72 Suffert / Nachlass Oskar Suffert, Nr. 419: Bedeutung des Namens "Ameide", 1968–1973.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Rüdiger Henke, Die Straßen der Detmolder Kernstadt, Detmold 2013, S. 11.
  2. LAV NRW OWL, L 92 S / Lippische Rentkammer – Verkehrswege– und Wasserbau, Nr. 0 – Tit. III e Nr. 4: Geländer entlang des Weges Bruchtor – Burggraben – Theater, 1816).
  3. LAV NRW Abteilung Rheinland, NW 0094, Nr. 2635: Zustimmung zur Veräußerung des bundeseigenen Grundstücks "Haus Ameide" in Detmold, 1957.
  4. LAV NRW Abteilung Rheinland, NW 0060, Nr. 242: Neubau eines Lippischen Landesmuseums in Detmold, 1950–1955.

Autor*innen

Heinrich Stiewe, Joachim Kleinmanns

Seitenhistorie

Seite erstellt am 20.12.2023 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 17.09.2026 von Heinrich Stiewe