Lenstruper Weg 38 (Remmighausen)

Lenstruper Weg 38 (Remmighausen)
OrtsteilRemmighausen
StraßeLenstruper Weg (Remmighausen)
Hausnummer38
Karte
Adressbuch von 1901Ja
GemeindeRemmighausen
WohnplatzLenstrup
Hausnummer005

Um 1390 erstmals belegter Hof, Wohnplatz Lenstrup, ehemals Remmighausen Nr. 5.

Geschichte

Um 1390 im Landschatzregister "To Lenstynchtorpe" bereits unter dem Namen "Stokebrant" verzeichnet.[1] Ebenso 1497, wo Stokebranth in Lendenstorpe (Lenstrup) zu 6 Mark veranlagt wird.[2] 1507 zahlte Stokebrant 2½ g Landschatz [3] und 1590 dann 2 Fl. 1 Ort.[4] Erneut wurde der Hof 1618 in einem Landschatzregister aufgeführt: Lenstorff (Lenstrup) Stockebrantt 4 Gfl. 20 Gr.[5]

1614 nennt das Salbuch der Vogtei Detmold unter Nr. 302: "Stockebrandtt. Pferde 7, 2 Vahlen; das Land zu 1½ F. Haber; Hawwachs zu 4 F.; zu vollr Mastung 8 Schweine; Kühe 7, Rinder 4, Kelbr 4, Schweine 19. M. G. H. jahrlichs 1 feist Schwein; der Aigentumb M. G. H. Symon Schwartzen den Zehen-den 2½ Mt. Korn, auch den Fleischzehenden. Den Dienst und Burgfest M. G. H. <Volspenner.> Gibt auch jahrlichs in die Rentcammer, zum halben Landschatze 2 Gfl. 10 Gr. Symon Schwartz jahrlichs 4 Stuck Jarn. Hat ufm Zinse 40 Tlr."[6] Im Salbuch von 1721 heißt es zu Stockebrands gebäuden: "Ein Wohnhauß so baufällig ist, Ein Leibzuchtshauß, Ein Backhauß, Ein Schoppen."[7] Nach dem Salbuch von 1782 ist Stockebrand zu Lenstrup ein Mittelhalbmeyer, der Landesherrschaft leibeigen, besitzt von dieser das Gut meierstättisch und zahlt Sterbfall und Weinkauf. Er besitzt an Gebäuden Wohnhaus, Leibzucht, Pferdehaus mit Schoppen, Backhaus, einen Kotten.[8] 1783 baute Jobst Grote auf dem Kolonat Stockebrand Nr. 5 einen Kotten.[9] 1784 und 1788 wurden zwei Kotten errichtet, deren Bauherrschaft in einer Inschrift (s. u.) genannt wird als Simon August Meyer zu Beerentrup wird Stockebrand und Friederike Katharine Charlotte Stockebrand, die Anerbin in Lenstrup, Nr. 5. Diese Bautätigkeit ist auch archivalisch belegt.[10]

Der Eintrag im Salbuch von 1827 gleicht dem von 1782.[11] 1834 tauschte Stockebrand Land mit Kolon Meierjohann Nr. 4 in Remmighausen.[12] 1842 kam es erneut zu Bautätigkeit (Inschrift, s. u.), nun durch Johann Friedrich Adolph Stockebrand und Justine Friederike Meier-Johann (Meierjohann).

Im Salbuch von 1854 wird bei Nr. 5 Stockebrand neben dem Wohnhaus und der Leibzucht auch der Kotten auf dem Helbrink erwähnt.[13] 10 Jahre späte kam es zum Verkauf der Stätte an Hagemeister Nr. 8 zu Oberschönhagen, der den Hofnamen Stockebrand übernahm.[14]

Gebäude

Inschriften

Auf dem Fachwerk-Torbogen:
"SIMON AUIUST MEIERS SOHN ZU BERENTRUP UND CATARINA FRIEDE
RIECH SCHARLOTTE STOCHEBRANTS DIESE BEIDEN EHELEUTE HABEN
DAS HAUS IN DEN BROCKE LASSEN BAUEN 1784 VND DIES UND DAS HAUS AUF
DEN ANGEKAUFTEN HELLE / BRINKES KAMPE DIE HABEN /// DER HU // TES LAS // BAUEN // 1788 / M . I . T . K
auf linkem Kopfband Sechsstern, auf rechtem Ranke über Herz.

Inschrift über dem steineren Torbogen auf den Gewändesteinen der 4 Oberlichter, Flachschnitt, Fraktur (von links nach rechts):
"Zimmermeister/K. J./Lesemann/in Wellentrup"
"Alles ist an Gott/gelegen/Menschen richten we/nig auß/Kommt ... Herr von/dir der Segen/So ist wohlbestelt mein/Haus"
"Dies Haus/ist gebaut/1842 U 1843/Gehoben/den 2ten Juni"
"Adolph Stockebrand/in Lenstrup/Und Justine Meierjohann/aus Vogelhorst/haben mit Gottes/Gnaden/dies Haus bauen lassen"
"Mauermeister/J. K./Kuhlemeier/in/Meinberg".[15]

Eigentümer*innen, Bewohner*innen

Um 1390 Stokebrant.[16]

1497 Stokebranth.[17]

1507 Stokebrant.[18]

1590 Stockebrand.[19]

1618 Stockebrantt.[20]

1614 Stockebrandtt.[21]

1721 Stockebrand.[22]

1782 Stockebrand.[23]

1784/88 Simon August Meyer zu Beerentrup wird Stockebrand, ev., Vollspänner in Lenstrup, Nr. 5, * 20.3.1743 (v) in Schönemark-Beerentrup, ~ 20.3.1743 in Detmold, † 15. 8.1800 in Lenstrup (Schlaganfall), ∞ K 19.11.1779 in Detmold mit Friederike Katharine Charlotte Stockebrand, ev., Anerbin in Lenstrup, Nr. 5, * 27.6.1756 (v) in Lenstrup, ~ 27.6.1756 in Detmold, † 26. 7.1842 in Lenstrup, ‡ 29.7.1842 in Detmold.

1827 Stockebrand.[24]

1828 (Volkszählung) 1 Haushaltung mit Mann und Frau Stockebrand, 3 Söhne, 3 Töchter, 3 männliche und 3 weibliche Dienstboten; die 6 Kinder unter 14 Jahren.

1842 [i] Johann Friedrich Adolph Stockebrand, ev., Halbspänner in Lenstrup, Nr. 5, * 17.2.1782 in Lenstrup, † 30.3.1857 in Lenstrup, ‡ 3.4.1857 in Detmold, ∞ K 5.8.1814 in Detmold mit Justine Friederike Meier-Johann (Meierjohann), ev., * 20.3.1788 in Vogelhorst, ~ 24.3.1788 in Lemgo St. Johann, † 9.10.1848 in Lenstrup, ‡12.10.1848 in Detmold.

1854 Stockebrand.[25]

1864 Verkauf an Hagemeister Nr. 8 zu Oberschönhagen.[26]

1901 (Lenstrup) Dorothea Stockebrand, Witwe; Eduard Stockebrand, Grenzgeschworener; Wilhelm Bracht, Ziegler.[27]

1919 (Volkszählung) Stockebrand, Eduard, Haushaltungsvorstand, * 25.4.1864, verheiratet; Stockebrand, Lina, Ehefrau, * 14.12.1867, verheiratet; Stockebrand, Maria, Schwester, * 10.2.1853, ledig; Stockebrand, Maria, Tochter, * 17.9.1906, ledig; Stockebrand, Eduard, Sohn, * 3.2.1900, ledig; Brinkmann, Friedrich, Verwalter, * 4.5.1902, ledig; Josko, Ernst, Dienstbote, * 10.10.1902, ledig; Josko, Fritz, Dienstbote, * 4.1.1904, ledig; Görder, Hermann, Dienstbote, * 16.7.1867, ledig; Bracht, Ida, Dienstbote, * 12.2.1902, ledig; Bracht, Anna, Dienstbote, * 4.5.1904, ledig; Rothaus, Augste, Dienstbote, * 19.2.1904, ledig; Rothaus, Friedrich, Dienstbote, * 9.3.1905, ledig; Leppe, Minna/Horn, Besuch, * 14.10.1850, ledig. Und in einem zweiten Haushalt (Leibzuchtgebäude?): Bracht, Johanne, Haushaltungsvorstand, * 23.10.1853, Witwe; Bracht, August, Sohn, * 8.1.1894, verheiratet; Bracht, Minna, Schwiegertochter, -, * 6.1897, verheiratet; Bracht, Erwin, Sohn, * 17.2.1919.

1926 (Lenstrup) Eduard Stockebrand, Landwirt; Bergmann, Arbeiter; Josko, Arbeiter.[28]

Literatur

Karl Schnare, Remmighausen. Kurze Geschichte einer alten Bauerschaft. 1052–1952, Detmold o. J. (1952).

Quellen

Weblinks

NHV-Inschriftensammlung.

Einzelnachweise

  1. Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 144.
  2. Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 113.
  3. Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 113.
  4. Herbert Stöwer (Hg.), Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618 (Lippische Geschichtsquellen; 2), Münster 1964, S. 4.
  5. Herbert Stöwer (Hg.), Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618 (Lippische Geschichtsquellen; 2), Münster 1964, S. 4.
  6. Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 36 f.
  7. LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 20: Salbuch der Vogtei Detmold von 1721, Bd. 1, 1721, fol. 182.
  8. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 823.
  9. LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: I: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 1, 1783-1852, Nr. 1: Kottenbau des Jobst Grote auf dem Kolonat Stockebrand Nr. 5 zu Remmighausen, 1783.
  10. LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: I: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 1, 1783-1852, Nr. 2: Kottenbau des Kolons Stockebrand Nr. 5 zu Lenstrup auf dem Hellbrink, 1787.
  11. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 41, Salbuch der Vogtei Detmold von 1827, S. 1254.
  12. LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: I: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 1, 1783-1852, Nr. 10: Tauschkontrakt zwischen den Kolonen Meierjohann Nr. 4 und Stockebrand Nr. 5 zu Lenstrup, 1834.
  13. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 53, Salbuch der Vogtei Detmold von 1854, Bd. 2, S. 1138.
  14. LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: I: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 1, 1783-1852, Nr. 31: Verkauf der Stätte Stockebrand Nr. 5 zu Remmighausen an Kolon Hagemeister Nr. 8 zu Oberschönhagen, 1864.
  15. NHV-Inschriftensammlung.
  16. Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 144.
  17. Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 113.
  18. Herbert Stöwer (Bearb.), Die ältesten lippischen Landschatzregister von 1467, 1488, 1497 und 1507 (Westfälische Schatzungs- und Steuerregister; 7), Münster 2001, S. 113.
  19. Herbert Stöwer (Hg.), Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618 (Lippische Geschichtsquellen; 2), Münster 1964, S. 4.
  20. Herbert Stöwer (Hg.), Die lippischen Landschatzregister von 1590 und 1618 (Lippische Geschichtsquellen; 2), Münster 1964, S. 4.
  21. Herbert Stöwer und Fritz Verdenhalven, Salbücher der Grafschaft Lippe von 1614 bis etwa 1620, Münster/Westf. 1969, S. 18 u. 39, S. 36 f.
  22. LAV NRW OWL, L 101 C I / Lippische Salbücher und Katasterbücher, Nr. 20: Salbuch der Vogtei Detmold von 1721, Bd. 1, 1721, fol. 182.
  23. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 37, Salbuch der Vogtei Detmold von 1782, S. 823.
  24. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 41, Salbuch der Vogtei Detmold von 1827, S. 1254.
  25. LAV NRW OWL, L 101 C I (Lippische Salbücher und Katasterbücher), Nr. 53, Salbuch der Vogtei Detmold von 1854, Bd. 2, S. 1138.
  26. LAV NRW OWL, L 108 Detmold / Amt Detmold, Nr. Fach 30 Nr. 15 - Band: I: Veräußerung von Grundeigentum, Anlegung von Neuwohnerstätten etc. in der Bauerschaft Remmighausen, Band 1, 1783-1852, Nr. 31: Verkauf der Stätte Stockebrand Nr. 5 zu Remmighausen an Kolon Hagemeister Nr. 8 zu Oberschönhagen, 1864.
  27. Adressbuch für das Fürstenthum Lippe, Detmold 1901 Digitalisat, S. 222.
  28. Adreßbuch des Landes Lippe, Detmold 1926 Digitalisat, S. 702.

Autor*innen

Joachim Kleinmanns

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Seite erstellt am 05.08.2026 von Joachim Kleinmanns

Letzte Änderung am: 05.08.2026 von Joachim Kleinmanns