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Diese erste Gründungsphase zur Siedlungsentwicklung war vor der Gründung der Kirche in Heiden (zwischen 950 und 1025) abgeschlossen. Die vier Urhöfe hatten ihre Wohnplätze jeweils mitten in bzw. nah an den großen zusammenhängen Flächen ihrer Höfe angelegt und somit nur geringe Entfernungen zwischen Hof und Feld. <ref>Hüls, 1974, Abb.47 </ref> | Diese erste Gründungsphase zur Siedlungsentwicklung war vor der Gründung der Kirche in Heiden (zwischen 950 und 1025) abgeschlossen. Die vier Urhöfe hatten ihre Wohnplätze jeweils mitten in bzw. nah an den großen zusammenhängen Flächen ihrer Höfe angelegt und somit nur geringe Entfernungen zwischen Hof und Feld. <ref>Hüls, 1974, Abb.47 </ref> | ||
Zu den Überlegungen bezüglich der Gründung der Kirche in Heiden wird an dieser Stelle auf die Angaben zur Kirche unter [[Kirchplatz Kirche (Heiden)|Kirchplatz Kirche]] verwiesen. | |||
Die weitere Siedlungsentwicklung in Heiden zwischen 1000 und 1500 wird bei Hüls in vier Ausbauphasen zeitlich gegliedert. <ref>Hüls, 1974, S.124 </ref> In die Zeit von 1000 bis 1150 datiert Hüls die Ansiedlung der Höfe Brüning Heiden Nr.5, Dreckmeier Nr.6, Diekmeier Nr.7 und Gröne Nr.9. Dabei geht Hüls davon aus, dass die beiden benachbarten Höfe Brüning und Dreckmeier im unteren Dorf zwei Teilhöfe eines zuvor bestehenden Brinkhofes sind, zu dem es ältere urkundlichen Belege gibt. Auffällig bei den Höfen Brüning und Dreckmeier ist die enge Gemengelage deren zugehöriger Flächen auf dem Heideriedel. <ref>Hüls, 1974, S. 125-126, Abb. 38 </ref> | Die weitere Siedlungsentwicklung in Heiden zwischen 1000 und 1500 wird bei Hüls in vier Ausbauphasen zeitlich gegliedert. <ref>Hüls, 1974, S.124 </ref> In die Zeit von 1000 bis 1150 datiert Hüls die Ansiedlung der Höfe Brüning Heiden Nr.5, Dreckmeier Nr.6, Diekmeier Nr.7 und Gröne Nr.9. Dabei geht Hüls davon aus, dass die beiden benachbarten Höfe Brüning und Dreckmeier im unteren Dorf zwei Teilhöfe eines zuvor bestehenden Brinkhofes sind, zu dem es ältere urkundlichen Belege gibt. Auffällig bei den Höfen Brüning und Dreckmeier ist die enge Gemengelage deren zugehöriger Flächen auf dem Heideriedel. <ref>Hüls, 1974, S. 125-126, Abb. 38 </ref> | ||
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In der späteren Rodungsphase zwischen 1150 und 1250 erfolgte die Anlage der Waldhufen auf dem Südriedel in dem Gebiet zwischen dem Lemgoer Hellweg und dem Bach, der Südriedel und Heideriedel trennt (heute Papendiek). So entstanden mehrere schematisch angelegte ca. 500 m lange Flächen und südlich eine weitere etwas ausfächernde Fläche. Die nördliche Hufe ist geteilt, womit sechs Höfe Anteil an dieser Rodungsphase haben (Holste Nr.8, Dröge Nr.10, Stecker Nr.11, Cord Holste Nr.12, Barthold Neddermann Nr.14 und Grote). <ref>Hüls, 1974, S. 128 </ref> | In der späteren Rodungsphase zwischen 1150 und 1250 erfolgte die Anlage der Waldhufen auf dem Südriedel in dem Gebiet zwischen dem Lemgoer Hellweg und dem Bach, der Südriedel und Heideriedel trennt (heute Papendiek). So entstanden mehrere schematisch angelegte ca. 500 m lange Flächen und südlich eine weitere etwas ausfächernde Fläche. Die nördliche Hufe ist geteilt, womit sechs Höfe Anteil an dieser Rodungsphase haben (Holste Nr.8, Dröge Nr.10, Stecker Nr.11, Cord Holste Nr.12, Barthold Neddermann Nr.14 und Grote). <ref>Hüls, 1974, S. 128 </ref> | ||
[[Datei: Hüls, Heiden, Karte v. Friemel 1728.jpg | thumb | Hüls, Heiden, Karte v. Friemel 1728, Tafel 1]] | [[Datei: Hüls, Heiden, Karte v. Friemel 1728.jpg | thumb | Hüls, Heiden, Karte v. Friemel 1728, Tafel 1]] | ||
[[Datei: Heiden, Topograf. Karte 1.10000.jpg | thumb | Heiden, Topograf. Karte 1.10000, Siedlungsentwicklung 1912]] | |||
In der Siedlungsphase von 1250 bis ca. 1475 entstanden in Heiden weitere 11 Hofstätten, überwiegend als Hoppenplöcker oder Straßenkötter, die keinen oder nur geringem Landbesitz hatten. Ihre Siedlungsplätze liegen überwiegend auf z.T. siedlungsungünstigem Gelände im Bereich des Dorfhanges im unteren Dorf. Damit verdichtet sich die dörfliche Siedlung zunehmend, was mit einer Bevölkerungszunahme verbunden ist. Auch die landesherrliche Mühle entstand in dieser Zeit am Weg nach Lage mit einem vom Oetternbach abzweigenden Mühlengraben. | In der Siedlungsphase von 1250 bis ca. 1475 entstanden in Heiden weitere 11 Hofstätten, überwiegend als Hoppenplöcker oder Straßenkötter, die keinen oder nur geringem Landbesitz hatten. Ihre Siedlungsplätze liegen überwiegend auf z.T. siedlungsungünstigem Gelände im Bereich des Dorfhanges im unteren Dorf. Damit verdichtet sich die dörfliche Siedlung zunehmend, was mit einer Bevölkerungszunahme verbunden ist. Auch die landesherrliche Mühle entstand in dieser Zeit am Weg nach Lage mit einem vom Oetternbach abzweigenden Mühlengraben. | ||
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Im Auftrag der fürstlichen Verwaltung führt Friemel mit Vermessungen und umfangreichen Erhebungen eine Bestandsaufnahme zu damaligen Besitzverhältnissen, Viehbestand usw. in Heiden durch, in denen er auch die vielfältigen Flurbezeichnungen in Heiden notiert und der Friemelschen Karte aus dem Jahre 1728 darstellt. In seinem Register werden 59 Hofstellen erfasst und es wird erkennbar, wo diese im Dorf angesiedelt sind. 1974 hat Hans Hüls in seiner Veröffentlichung „Heiden in Lippe“ die Besitzverhältnisse aus der Friemelschen Karte in anschauliche, gut lesbare Darstellungen übertragen. <ref>Hüls, 1974, Abb.38 -39</ref> | Im Auftrag der fürstlichen Verwaltung führt Friemel mit Vermessungen und umfangreichen Erhebungen eine Bestandsaufnahme zu damaligen Besitzverhältnissen, Viehbestand usw. in Heiden durch, in denen er auch die vielfältigen Flurbezeichnungen in Heiden notiert und der Friemelschen Karte aus dem Jahre 1728 darstellt. In seinem Register werden 59 Hofstellen erfasst und es wird erkennbar, wo diese im Dorf angesiedelt sind. 1974 hat Hans Hüls in seiner Veröffentlichung „Heiden in Lippe“ die Besitzverhältnisse aus der Friemelschen Karte in anschauliche, gut lesbare Darstellungen übertragen. <ref>Hüls, 1974, Abb.38 -39</ref> | ||
Im Jahre 1853 sind in Heiden 83 Hofstellen erfasst, das ergibt sich aus dem Salbuch von 1829, in dem als die Hofstelle Nr. 83 für Eickmeier in Heiden letzte Eintragung notiert ist. Für die 2. Hälfte des 19 | Im Jahre 1853 sind in Heiden 83 Hofstellen erfasst, das ergibt sich aus dem Salbuch von 1829, in dem als die Hofstelle Nr. 83 für Eickmeier in Heiden letzte Eintragung notiert ist.<ref>LAV NRW OWL, L 101 C I Nr. 121: Salbuch Vogtei Heiden 1829</ref> | ||
Für die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist eine deutliche Siedlungsentwicklung in Heiden zu verzeichnen. An der bis 1850 erbauten neuen Chaussee, die Lage mit Detmold verbindet, an der Lageschen Straße, am Heideweg und auch im Dorf entstehen zahlreiche neue einfache Siedlungshäuser. Diese werden zum Teil auch von Arbeitern erbaut, die in den Möbelfabriken in Lage und Detmold oder der Zuckerfabrik Lage beschäftig waren. Aus dem Adressbuch für das Fürstentum Lippe von 1901, das für Heiden 144 Kolonate auflistet, wird diese Entwicklung gut ablesbar. | |||
In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen entstehen in Heiden ca. 15 neue Wohnhäuser, überwiegend am damaligen Dorfrand, die typisch für diese Zeit stehen. Es sind zweigeschossige massive Gebäude auf nahezu quadratischem Grundriss mit Walmdach oder Krüppelwalmdach. | In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen entstehen in Heiden ca. 15 neue Wohnhäuser, überwiegend am damaligen Dorfrand, die typisch für diese Zeit stehen. Es sind zweigeschossige massive Gebäude auf nahezu quadratischem Grundriss mit Walmdach oder Krüppelwalmdach. | ||
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Infolge des Wohnungsmangels nach dem 2. Weltkrieg begann danach auch in Heiden eine intensive Siedlungstätigkeit. Die Siedlungshäuser an der Kassebrede entstanden ab den frühen 1950-er Jahren, auf der Wiesenbrede wurde ab ca. 1960 gebaut. Weitere Siedlungen entstanden ab 1980 zwischen der Festwiese und dem Sportplatz sowie nördlich der Grundschule in Heiden. | Infolge des Wohnungsmangels nach dem 2. Weltkrieg begann danach auch in Heiden eine intensive Siedlungstätigkeit. Die Siedlungshäuser an der Kassebrede entstanden ab den frühen 1950-er Jahren, auf der Wiesenbrede wurde ab ca. 1960 gebaut. Weitere Siedlungen entstanden ab 1980 zwischen der Festwiese und dem Sportplatz sowie nördlich der Grundschule in Heiden. | ||
[[Datei: Heiden, Blick von Westen.jpg | thumb | Heiden, Blick von Westen, Foto Hans-M. Kaup 2009]] | |||